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Ehrenbürgerwürde an Frau Maria-Elisabeth Schaeffler verliehen
Fortsetzung
In den letzten Jahren wurde der Stammsitz in Herzogenaurach durch die architektonische Neugestaltung aufgewertet. Für alle, die vom Osten her in unsere Stadt einfahren, ist der Firmenkomplex eine Demonstration für Standorttreue und ein imposanter Willkommensgruß.
Maria-Elisabeth Schaeffler, geboren in Prag, aufgewachsen in Wien, kommt 1963 an der Seite von Dr. Georg Schaeffler als junge Ehefrau nach Herzogenaurach. Dr. Georg Schaeffler - ein genialer Kaufmann, Techniker und Erfinder, der Tag und Nacht für seine Firma arbeitet.
Seine Frau übernimmt die Pflichten einer Unternehmergattin und steht heute an der Spitze der Schaeffler Gruppe.
Wer heute Frau Schaeffler nur im wirtschaftlichen Umfeld beschreibt, vernachlässigt einen wesentlichen Aspekt ihrer Persönlichkeit.
Die selbstverständliche Verbundenheit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens und die Hinwendung zu den Pensionären der Firma ist eine herausragende Eigenschaft von Frau Schaeffler.
Ich habe oft erlebt, wie sie bei Firmenfeiern von Tisch zu Tisch geht und das persönliche Gespräch sucht. Das stimmt überein mit dem Leitsatz im QUERDENKEN:
Was immer wir auch tun, im Mittelpunkt steht der Mensch - und das geht weit über den eigentlichen Arbeitplatz hinaus.

Sie, Frau Schaeffler, haben sich auch immer verantwortlich gefühlt für das Gemeinwesen. Das drückt sich in zahlreichen Ehrenämtern aus - sei es als Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Nürnberg, als Mitglied im Hochschulbeirat der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,
in verantwortlicher Position beim Bayerischen Roten Kreuz um nur einige zu nennen.
Für Herzogenaurach das Wichtigste jedoch ist:
Sie sind unsere Bürgerin und zeigen Ihrer Stadt das in vielen guten Taten!
Für alle bedeutenden sozialen und kulturellen Anliegen haben Sie, verehrte Frau Schaeffler, immer ein offenes Ohr und eine hilfreiche Hand. Ein großes Beispiel ist unsere neue Orgel in der Pfarrkirche St. Magdalena, die 2002 - im Jahr des tausendjährigen Bestehens unserer Stadt - eingeweiht werden konnte - nicht zuletzt durch Ihre namhafte Beteiligung an den Kosten.
Den Schulhausneubau des Liebfrauenhauses ermöglichten Sie ideell durch Ihre Schirmherrschaft und praktisch durch Ihr finanzielles Engagement.
Ob Tausend-Jahr-Feier oder Städtemarathon - Deutschland-Tour oder die Kulturtage im Herbst: auf Ihre Mithilfe konnten und können wir immer zählen.
Ihr Mäzenatentum schließt den KünstlerNachwuchs ein:
Die Käthe-Zang-Sing- und Musikschule freut sich über eine außergewöhnlich großzügige Spende für seit langer Zeit gewünschte Musikinstrumente, nämlich ein Klavier, ein steierisches Akkordeon und eine Großbassblockflöte. Im Namen aller jungen Musiker danke ich Ihnen herzlich.

Schon heute darf ich Sie, verehrte Gäste, einladen für den 30. Juni.
An diesem Tag wird „Eine europäische Sinfonie“ von dem Herzogenauracher Komponisten Volkmar Studtrucker aufgeführt, gefördert von Frau Maria-Elisabeth Schaeffler.
Ein kulturelles Highlight unter Beteiligung der Stadt Herzogenaurach, das von Frau Schaeffler gefördert wird, ist das Freiluft-Konzert "Klassik am See", das alljährlich im Sommer stattfindet und bei dem heuer Verdi und George Gershwin zur Aufführung kommen. Auch dazu lade ich Sie heute schon herzlich ein.
Frau Schaeffler bringt als Mitglied in örtlichen Vereinen ihre persönliche Verbundenheit immer wieder zum Ausdruck. Zwei Stichworte seien hier genannt: Ihr Engagement bei der Neuanlage des Golfclubs und die Mitgliedschaft im KCH, dessen Ehrensenatorin sie ist. Ihr sichtliches Vergnügen an geistreichwitzigen Büttenreden oder den Darbietungen der Garden begeistert den KCH und seine Gäste.
Große Ehrungen wurden Frau Maria-Elisabeth Schaeffler in der jüngeren Vergangenheit zuteil durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2001 und den Bayerischen Verdienstorden im Jahr 2003.

Heute verleihen wir Ihnen, verehrte Frau Schaeffler, die höchste Auszeichnung, die Ihre Heimatstadt zu vergeben hat: die Ehrenbürgerwürde.
Der Stadtrat von Herzogenaurach hatte dies in seiner Sitzung am 22. Juli 2005 einstimmig beschlossen.
Ich freue mich sehr darüber und hoffe und wünsche, dass Sie noch viele Jahre in Gesundheit und mit Lebensfreude für Ihr Unternehmen und Ihre Familie tätig sein können.
Eine kluge und kultivierte Frau, die Kammersängerin Anneliese Rothenberger, hat es treffend formuliert:
"Arbeit ist der Quell der Lebensfreude. Man bleibt jung, wenn man gefordert ist".
Niemand verkörpert diese Lebensweisheit charmanter als Sie!
Ich danke Ihnen.“

Bayerns Innenminister Dr. Beckstein ließ es sich nicht nehmen, die erfolgreiche Unternehmerin in seiner Festrede zu würdigen.
Herr Dr. Beckstein begann seine Rede mit den Worten:
„Wir sind heute hier zusammengekommen, um uns mit Artikel 16 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern zu befassen.
Meine Damen und Herren, wenn Sie jetzt aufschrecken und befürchten, dass ich das falsche Redemanuskript in den Händen halte, dann kann ich Sie beruhigen. Artikel 16 der Gemeindeordnung ist tatsächlich Ausgangspunkt der heutigen Feierstunde. Nach dieser Bestimmung können Persönlichkeiten, die sich um die Gemeinde besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern ernannt werden. Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts ist nicht nur die einzige im Gemeinderecht geregelte Ehrung, sondern gleichzeitig auch die höchste Auszeichnung, die eine Gemeinde zu vergeben hat. Schon das Bürgerrecht wurde zu allen Zeiten als ein besonderes Vorrecht angesehen. Es gab den Menschen das Gefühl der Sicherheit und verlieh ihnen das Bewusstsein, ein freier Bürger in einem freien Staate zu sein.
Dieses historisch gewachsene und auch in unserer Zeit noch von Bürgerstolz und Bürgersinn erfüllte Recht erfährt seine Krönung in der Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Mit der Ehrenbürgerwürde sind weder besondere Rechte und Pflichten noch finanzielle oder politische Vorteile verbunden. Der wahre Wert dieser Auszeichnung liegt in der Ehrung und in dem Dank einer Gemeinde für die uneigennützige und beispielhafte Förderung des örtlichen Gemeinwesens.
