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Herzogenaurach   -    Kaya    -   Châtellerault

Pilotprojekt „Kommunale Dreieckspartnerschaft“

Herzogenaurach ist eine von acht Modellkommunen in Deutschland, die an einem Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) teilnimmt.
Hinter dem Projekttitel „Kommunale Dreieckspartnerschaften“ verbirgt sich das Ziel, acht Burkinischen Städten durch je eine Partnerstadt in Deutschland und Frankreich zu helfen. Ins Leben gerufen wurde das Pilotprojekt von der Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und der französischen Außenministerin Brigitte Girardin, um die kommunalen Partnerschaften mit entwicklungspolitischer Ausrichtung in beiden Ländern stärker zu vernetzen und so Synergieeffekte zu erzeugen.

InWEnt, die zur Umsetzung dieses Pilotprojekts beauftragte Servicestelle organisierte ein erstes Treffen von möglichen Partnern im April 2007 in Bonn. Dabei kristallisierten sich jeweils acht Kommunen aus Deutschland und Frankreich heraus, die eine gemeinsame Partnerstadt in Burkina Faso haben. Doris Wüstner, zu dem Zeitpunkt noch dritte Bürgermeisterin, vertrat die Interessen Herzogenaurachs. Sie hielt einen Vortrag über die bereits seit Jahren existierende unformelle und punktuelle Zusammenarbeit zwischen Châtellerault und Herzogenaurach, die beide seit über 30 Jahren mit Kaya verbunden sind: 
- Schüler gingen aus Deutschland mit Schülern aus Frankreich gemeinsam nach Kaya, um bei einem Projekt gemeinsam zu helfen.
- Man richtete eine Beratungsstelle für HIV-Kranke und HIV-Infizierte in der afrikanischen Partnerstadt gemeinsam ein, um nur ein paar Beispiele zu zitieren. 

Anlässlich des 35. Jubiläums der Partnerschaft mit Kaya im Herbst 2007 mit Gästen aus Kaya und Châtellerault, wurde die Gelegenheit ergriffen, sich mit Vertretern der Stadtratsfraktionen Herzogenaurach so wie dem burkinischen Botschafter und einem Vertreter der Servicestelle InWEnt im Rathaus an einen Tisch gemeinsam zu setzen und über dieses Pilotprojekt der Dreieckspartnerschaft zu diskutieren. Es stieß auf positive Resonanz seitens aller Beteiligten.

Auf rein Deutscher Ebene kam es zu weiteren Treffen der 8 Modellkommunen im Euroinstitut in Kehl bei Straßburg. Der Unterschied der kommunalen Strukturen in den drei Ländern stand im November 2007 im Mittelpunkt der Diskussionen und Vorträge. Vertreter der Stadt Herzogenaurach und des Partnerschaftsvereins Herzogenaurach - Kaya bekamen Einblicke in die Auswirkungen der 2003 erfolgte Dezentralisierung, der in Burkina Faso eine Gebietsreform folgte, die 2006 abgeschlossen wurde. Dadurch ist Kaya von knapp 40.000 Einwohnern in sieben Stadtdistrikten auf über 100.000 Einwohner in mehr als 70 Orten angewachsen. Durch die Verlagerung der Kompetenzen von obersten Regierungsbehörden oder überregionalen Ämtern auf die Kommunen sind deren Möglichkeiten zur Übernahme von Entscheidungen gewachsen und die europäischen Kommunen haben Ansprechpartner direkt vor Ort.

Anfang Juni 2008 traf man sich erneut in Kehl. Bei diesem Workshop standen unterschiedlichste Fördermöglichkeiten im Mittelpunkt. Neben der Europäischen Union und dem BMZ leisten zahlreiche Stiftungen Unterstützung für Projekte in den Ländern Afrikas.  Durch den Vortrag  von Jimas Sanwindi, einem in Bonn lebenden Burkinabé kamen die unterschiedlichen Formen der Kommunikation und Arbeitsweisen in Deutschland und Burkina Faso zur Sprache. So erhalten deutsche oder französische Partner oft Telefonate auf Briefe. In Burkina Faso hat das gesprochene Wort mehr Gewicht als das geschriebene.

Konkrete Planungen für ein Projekt und Beantragung von EU-Fördermitteln der acht deutschen Kommunen werden Ende Juli 2008 in Bonn besprochen. Die Stadt Herzogenaurach wird auch vertreten sein.Der Grundgedanke ist, dass die deutschen Modellkommunen ein Projekt zusammen stemmen. Ob dies ein Brunnen oder eine Schule in jeder Partnerstadt ist oder eine Mischung wird sich noch herausstellen.
Ein mögliches Szenario, das bei dem Partnerschaftsverein für die Zukunft besprochen wurde, ist der Bau einer Schule in traditioneller Lehmbauweise. Hier könnte es zu einer Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen kommen. Eine Möglichkeit ist wie es bereits in der Vergangenheit der Fall war, die Einbeziehung junger Menschen aus Herzogenaurach und der französischen Partnerstadt Châtellerault. Bei Vorbereitungstreffen  könnten sich die Jugendlichen beider Städte kennen lernen, gemeinsam ein Projekt vorbereiten und die Ziele eines Aufenthaltes und die Beteiligung an dem Projekt in Kaya erarbeiten. In weiteren Schritten könnten ein Brunnen, eine Schulküche und ein Garten mit Heilkräutern und Gemüse erstellt werden.

Bei der Kulturausschusssitzung am 25. 06. 2008 stellte Doris Wüstner den Stand der Entwicklung dieses Pilotprojekts in nichtöffentlicher Sitzung vor. Beteiligt waren auch die drei gleichberechtigten Vorstände des Partnerschaftsvereins, Anita Scholz, Thomas Schäfer und Peter Bucher. 
Der Ausschuss erklärte folglich die grundsätzliche Bereitschaft, an Dreieckspartnerschaften zwischen Kommunen aus Deutschland, Frankreich und Burkina Faso mitzuwirken.

Die beteiligten Kommunen aus Deutschland, Frankreich und Burkina Faso

Herzogenaurach - Châtellerault - Kaya
Ettlingen - Fada - N'Gourma
Ladenburg - Garango
Lahnstein - Vence - Ouahigouya
Ludwigsburg - Montbéliard - Kongoussi
Melsungen - Dreux - Koudougou
Mühlheim - St. Priest - Nouna
Würselen - Morlaix - Réo

Die Strukturen der Partnerschaften:
Das Spektrum reicht von jungen Partnerschaften bis zu Altbewährtem wie bei Herzogenaurach und Châtellerault. Die beiden Städte haben bis auf die jeweiligen Urkunden mit Kaya nichts Geschriebenes. Zwischen Würselen, Morlaix und Reo besteht eine formelle Partnerschaft. 
Zu den Beziehungen von Mühlheim am Main und Saint Priest sowie Ludwigsburg und Montbéliard wurde eine Projektpartnerschaft zu Nouna und Kongussi aufgebaut. Parallel zu ihren jeweiligen Beziehungen zur afrikanischen Partnerstadt Kaya, stehen Herzogenaurach und Châtellerault immer wieder im Kontakt. Unabhängig voneinander entwickelten sich die Partnerschaften in ähnlicher Weise.

Ein Zeichen für die Bedeutung des Modellprojektes in Herzogenaurach, ist die Tatsache, dass Bürgermeister Dr. German Hacker Doris Wüstner als die auch im Thema Involvierte mit der Sache weiterhin betraut. Thomas Schäfer vermittelte seine Kenntnisse bei der ersten Vorstandssitzung nach der Mitgliederversammlung des Vereins.

Kontakt und Informationen zum Thema Dreieckspartnerschaften und zur Städtepartnerschaft mit Kaya
erhalten Sie
- bei der Stadt Herzogenaurach, Tel. 09132 - 901-183
- beim Verein Partnerschaft Herzogenaurach Kaya e. V., E-Mail: ts-foto@gmx.de

Weiterführende Links:
Städtepartnerschaft Kaya-Herzogenaurach
www.service-eine-welt.de/dreieckspartnerschaften/dreieckspartnerschaften-start.html
www.ville-chatellerault.fr