9. Juli bis 31. Juli 2009
Eine Geschichtsarbeitsgruppe der Realschule ging der Frage nach, wie das Leben vor 600 Jahren ausgesehen haben mag. Im Mittelpunkt der Sonderausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Herzogenaurach erstellt wurde, steht das spätmittelalterliche Herzogenaurach, doch der Blick geht über den Tellerrand hinaus.
Vor 600 Jahren ist Herzogenaurach längst eine Stadt, auch wenn sich ein formaler Stadtgründungsakt urkundlich nicht belegen lässt. Doch der Geschichtsforschung ist es inzwischen gelungen, Licht in das „finstere Mittelalter" zu bringen. Dabei hat sich gezeigt, dass einige Entwicklungsschritte weit zurückdatiert werden müssen.
Der Titel der Ausstellung verweist auf das Jahr „1409", in dem zwei Urkunden ausgestellt wurden, die Meilensteine für den Ausbau der städtischen Rechte darstellen. Die Stadt erlebt schon seit dem 14. Jahrhundert einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung und zieht Menschen aus den umliegenden Dörfern an, die hier ihr Glück machen wollen.
Die Ausstellungsmacher werfen auch einen Blick auf die bedeutendsten Ereignisse dieser Zeit. Neue Machtzentren entstehen durch die Entwicklung von Wirtschaft und Handel. Die Kaufleute der Hanse beherrschen den Fernhandel im Norden und führen einen Krieg gegen Piraten. Im Süden hat die Seemacht Venedig bis zum 15. Jahrhundert eine einzigartige Vormachtsstellung erreicht. Die Medici steigen in Florenz durch geschicktes Taktieren und ein unbarmherziges Machtstreben zu einer Großmacht auf.
Es ist eine Zeit des geistlichen Umbruchs. Die Machtstellung der Kirche ist geschwächt. Der Niedergang des Deutschen Ritterordens wird durch die verlorene Schlacht bei Tannenberg beschleunigt. Das Bestreben des Königs, ein Ende der durch die doppelte Papstwahl im Jahr 1378 ausgelösten Kirchenspaltung zu erreichen, scheitert im Jahr 1409 mit der Wahl eines dritten Papstes. Ketzer wie Jan Hus finden immer mehr Zulauf.
Zur Ausstellung gibt es ein Mittelalterquiz.
Anmeldung für Schulklassen unter Tel. 09132 / 73 51 20