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Ausstellung im Stadtmuseum

Maria Lerch, Bildhauerin (1884 bis 1962)

25. April bis 26. Juli 2009

Frauen in der Bildhauerei der Weimarer Republik werden als Ausnahmeerscheinung wahrgenommen. Die Bildhauerei und die Architektur sowie mit dieser verbundene skulpturale Arbeiten galten Jahrhunderte lang als männliche Domäne. Bildhauerinnen wurden auf typisch „weibliche Themen“ verwiesen. In ihren Zuständigkeitsbereich fielen Porträtbüsten und Medaillen sowie das gefällige Genre und anmutige Tierplastik im bescheidenen Format. Für eine Bildhauerin war es in Anbetracht weit verbreiteter Vorurteile fast unmöglich, lukrative Bestellungen von öffentlichen Auftraggebern zu erhalten.

Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund stellt das künstlerische Schaffen der Bildhauerin Maria Lerch eine bemerkenswerte Ausnahmeerscheinung dar. Ihre Werke, architekturgebundene Arbeiten ebenso wie freistehende Großplastiken, entstanden als Auftragsarbeiten für Städte und Kirchengemeinden in ganz Franken. Einen Karrierehöhepunkt erlebte sie in der Zeit des Dritten Reiches, als eine Aufwertung der Plastik „regimekonformen“ Künstlern lukrative Aufträge bescherte. Eine besondere Wertschätzung erfuhr Maria Lerch in Herzogenaurach, wo die Künstlerin mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet wurde. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Herzogenaurach begann 1934 mit der Gestaltung eines Brunnendenkmals, im Jahr 1937 wurde sie beauftragt, den „Kriegshelden“ Rudolf Berthold mit einem Mahnmal zu ehren.

Die Ausstellung stellt die für Herzogenaurach entworfenen Werke vor und geht auch der Frage nach, inwieweit sich Maria Lerch mit dem NS-Regime gemein machte. Zu sehen sind daneben weitgehend unbekannte Arbeiten der Bildhauerin aus Privatbesitz, darunter auch frühe Zeichnungen und Kleinplastiken, die eine ganz andere Seite der Künstlerin zeigen.