Eingang Herzo-Base

Eingang Herzo-Base

 
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Amerikanischer Militärstützpunkt Herzo Base

Historisches Bild: Luftaufnahme vom 25.08.1945, Landebahn der US-Luftwaffe

Luftaufnahme des Fliegerhorsts vom 25.08.1945. Landebahn der US-Luftwaffe

Die Alliierten Truppen hatten auf die Bombardierung des Fliegerhorsts verzichtet, dessen Standort und Einrichtungen der Royal Air Force bis in Detail bekannt waren. Es wird vermutet, dass eine Nutzung durch die Alliierten vorgesehen war. Die US-Armee übernahm das Gelände 1945 und belegte es bis 1992 als Militärstützpunkt.

Kriegsende

Nach der Besetzung Herzogenaurachs campierten zunächst amerikanische Frontsoldaten neben dem Flugplatz, am 25. April bezogen neu eingetroffene Besatzungstruppen (40 Offiziere und 600 Soldaten) den Fliegerhorst.

 Bis Anfang Mai wurde eine befestigte Landebahn mit einer Gesamtlänge von 2000 Metern angelegt, die weit über die ursprüngliche Umzäunung hinausreichte. Nach der Kapitulation Deutschlands wurden in Europa befindliche Einheiten der amerikanischen Luftwaffe mit der Entwaffnung der deutschen Wehrmacht beauftragt („Disarmament Program”). Truppenteile der 9. US Luftwaffe in Europa landeten seit Anfang Mai auf dem Herzogenauracher Militärflugplatz mit P-51 und B-26 Flugzeugen (354. Fighter Group, 353., 355. und 356. Fighter Squadron). Die letzten Truppenteile kehrten Ende März 1946 in die USA zurück, wo sie außer Dienst gestellt wurden. Spezielle „Aufklärungsmissionen“ waren bis Ende des Jahres 1945 Aufgabe der 320. Bombardment Group, die am 18. Juni 1945 nach Herzogenaurach verlegt wurde. Die Einheiten führten „Aufklärungsmissionen“ durch; in kleinen Teams durchkämmten sie das Umland auf der Suche nach technisch interessanten Entwicklungen, die anschließend in die USA verschifft wurden.

„Lauschstation“ Herzo Base

Ende des Jahres 1946 fiel der Beschluss, den ehemaligen Fliegerhorst als europäischen Stützpunkt des militärischen Abwehrdienstes der US-Armee (US Army Security Agency) zu nutzen. Die hoch qualifizierten Spezialisten des Nachrichtendiensts übernahmen die Gebäude der Luftwaffe und bauten sie für ihre Zwecke um. Eine Flugzeughalle wurde zum abhörsicheren „Operations Building“, das frühere Flugfeld zum Antennenstandort. In den 1950er Jahren entstand ein Wald von bis zu 160 Antennen. Amerikanische Spezialisten für die Sprachen Deutsch, Russisch, Polnisch und Tschechisch überwachten auf der Herzo Base den Funk- und Sprechfunkverkehr des kommunistischen Teils Europas.

Als erste Einheiten zogen im Dezember 1946 das 6. Detachment des 2. Signal Service Bataillons und das 52. Signal Service Detachment ein. Eine polnische Wachkompanie, die die Sicherheitsvorschriften sehr streng handhabte, überwachte von 1946 bis 1951 das Gelände. Als „Hausherr“ der Herzo Base fungierte seit Mai 1950 die Field Station 8606 (Administrative Area Unit); im Januar 1957 wurde der Abwehrdienst weltweit umstrukturiert, die Einrichtung wurde zur 6. USASA Field Station. Die Einheiten der USASA wechselten in den 50er Jahren in rascher Folge. Im September 1956 wurde das 302. ASA Bataillon von Bamberg nach Herzogenaurach verlegt, seit Oktober 1957 zum 318. ASA Bataillon umbenannt, blieb es bis 1967. Im selben Jahr wurde die Einrichtung zur USASA Field Station Herzogenaurach. Am 30. Juni 1972 endete die Karriere der Herzo Base als „Lauschstation“. Mit der Umstrukturierung und Bündelung der Einrichtungen der USASA in Augsburg wurde Herzogenaurach als Standort aufgegeben.

Militärparade anlässlich der Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswoche 1973

Militärparade anlässlich der Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswoche 1973