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Sommerzeit - Ozonzeit

Wärme, Sonnentage, Freibad, Biergarten, für viele die schönsten Tage des Jahres, bringen die sommerlichen Tage auch erhebliche Nachteile mit sich. Die Ozonwerte steigen bei längerer Sonnen- einstrahlung wieder auf bedenkliche Werte.

Für die Ozonkonzentration gelten:

  • eine Informationsschwelle von 180 µg/m3
  • eine Alarmschwelle von 240 µg/m3.

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurde für das Jahr 2010 als Zielwert ein maximaler 8-Stunden-Wert von 120 µg/m3 festgelegt. Dieser darf an höchstens 25 Tagen pro Kalenderjahr überschritten werden. Langfristiges Ziel bis 2020 ist ein maximaler 8-Stunden-Wert von 120 µg/m3 ohne zulässige Überschreitungen.

Insbesondere am späten Nachmittag sind die Ozon-Konzentrationen in der Regel am Höchsten. Besitzer von Videotext können die aktuellen Messwerte und Informationen zur Ozonbelastung über Bayerntext, Tafel 630 bis 636 abrufen. Aufgeführt ist hier auch die Messstation Häusling. Die bayernweit betriebenen Messstationen mit den aktuellen Werten sind unter der Webseite des Landesamtes für Umweltschutz, abrufbar. In Herzogenaurach betreibt die Stadt-Apotheke, Hauptstraße 36 eine Ozonmessstelle. Die Anzeige für die Ozonwerte befindet sich im Schaufenster der Apotheke. Allerdings ist diese Messstelle nicht genormt und daher für offizielle Aussagen nicht zugelassen.

Die Werte der beiden von der Stadt Nürnberg betriebenen Messstellen (Hauptmarkt und Flughafen) können Sie unter dem automatischen Ansagedienst Tel.: 0911/231-2050 oder im Internet unter www.umweltdaten.nuernberg.de abfragen. Beachten Sie auch die Ozoninformationen in den Tageszeitungen und im Rundfunk.

Da die Ozonbelastung zu einem Teil durch Schadstoffe des Kraftfahrzeugverkehrs verursacht wird, sollten Sie alle unnötigen Autofahrten vermeiden, auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad umsteigen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch bei der Umweltberatung der Stadt, Tel: 901-232 oder auf den Seiten des Umweltbundesamtes.

Entstehung und den Auswirkungen von Ozon

Oben zu wenig, unten zu viel. Auf diese Kurzformel kann man die Konzentration von Ozon in den oberen Luftschichten und im Bodenbereich bringen. Während in der Stratosphäre, der Luftschicht zwischen etwa zehn und fünfzig Kilometern Höhe, das Schutzschild gegen die zerstörerische UV-Strahlung immer mehr abgebaut wird, kommt es in Bodennähe in den Sommermonaten häufig zu einem starken Anstieg der Ozonkonzentration.

Ozon ist ein unsichtbares Gas aus 3 Sauerstoffatomen (O3), das in den unteren Luftschichten durch den Einfluss des Sonnenlichts und bestimmter Schadstoffe (Vorläufersubstanzen) entsteht. In erster Linie sind als Schadstoffe die Stickoxide (NOX) und die Kohlenwasserstoffe (VOC = volatile organic compounds) beteiligt.

Die Ozonbildung selbst erfolgt im Verlauf von Stunden in komplexen chemischen Reaktionen, weshalb die Ozonkonzentration auch meist erst nachmittags die höchsten Werte erreicht. Lange Sonnenperioden und hohe Schadstoffanteile bewirken eine entsprechend hohe Ozonkonzentration. Ozon reagiert relativ schnell mit anderen Luftverschmutzungsbestandteilen und wird dadurch wieder abgebaut. Das kann scheinbar paradoxe Folgen haben: die Ozonkonzentration ist in Gebieten mit höherer Luftverschmutzung unter bestimmten Voraussetzungen niedriger als in Gebieten mit geringer Luftverschmutzung. In der Nacht führen beispielsweise Reaktionsvorgänge von Ozon mit anderen Luftverunreinigungen in Ballungsgebieten zu einem starken Rückgang der Ozon-Konzentrationen. Außerhalb der Ballungsgebiete ist dieser Rückgang weniger stark ausgeprägt. Je nach Konzentration und Einwirkungsdauer kann Ozon zu unterschiedlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. So kann es z.B. zur Atmungsbehinderung, Kurzatmigkeit, trockenem Hals, Mattigkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl kommen.
Eine eindeutige Schwelle, ab der die Symptome auftreten, ist schwierig anzugeben. Sie kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein und ist auch von der Vorbelastung abhängig.

Bei ansteigenden Ozonkonzentrationen ist jedoch zunehmend mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Um diese zu vermeiden, sollte man folgende Regeln beachten:

  • da hohe Ozon-Konzentrationen üblicherweise bei hohen Temperaturen auftreten, kann als
    Faustregel gelten: Vernünftiges Verhalten im Hinblick auf hohe Temperaturen ist auch vernünftig im Hinblick auf Ozon.
  • längere körperliche Anstrengungen sollten möglichst nicht in die Mittags- und Nachmittagsstunden gelegt werden, falls sie auch zu anderen Tageszeiten möglich sind.

Um die Ozonkonzentration wirksam zu senken, kann nur eine Reduzierung der Schadstoffe, die die Ozonbildung verursachen, in Frage kommen. Dies muss möglichst langfristig und überregional erfolgen. Da die Hälfte der Schadstoffbelastung an Kohlenwasserstoffen und Stickstoffoxiden aus dem Straßenverkehr stammt, muss hier auch angesetzt werden.

Für den Einzelnen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Ozonbildung zu beeinflussen:

  • Verzichten Sie wo immer möglich auf das Auto
  • Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, das Rad oder gehen Sie zu Fuß
  • Kaufen Sie umweltbewusst ein, wie z.B. lösemittelfreie Farben und Reinigungsmittel
  • sparen Sie Energie

Ausführliche Hintergrundinformationen zum sog. Sommersmog finden Sie beim Umweltbundesamt http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/sommersmog_2005.pdf