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Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

Verbrannte Bücher – verbrannte Autoren

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus findet am 27. Januar 2017, um 20.00 Uhr, im Gymnasium Herzogenaurach eine Lesung statt. Das Schülerprojekt „Verbrannte Bücher – verbrannte Autoren“ einiger neunter Klassen des Gymnasiums Herzogenaurach (in Kooperation mit dem Stadtmuseum Herzogenaurach) will gerade jene Schriftstellerinnen und Schriftsteller ins Zentrum ihrer Präsentation stellen, deren Karrieren 1933 jäh abgebrochen wurden und deren Werke deshalb heute weitgehend unbekannt sind. Kurze biographische Skizzen, aber vor allem die vergessenen Texte sollen dabei wieder Raum bekommen. Ein kurzer Vortrag führt in die Thematik ein.

Hintergrund

Die Bücherverbrennung des Jahres 1933 stellt das „Fanal der Barbarei“ (Klaus Schönhoven) dar, das
in den nächsten Jahren über Deutschland und später über weite Teile Europas hereinbrach. Schon
in den ersten Monaten der Machtübernahme durch das NS-Regime kam es zu Verhaftungswellen und zur Errichtung erster Konzentrationslager. Den Beginn der systematischen Verfolgung jüdischer, marxistischer, pazifistischer und anderer oppositioneller oder politisch unliebsamer Schriftsteller markiert die Bücherverbrennung.

In den Maitagen 1933 wurde in vielen deutschen Städten „undeutsches Schrifttum“ verbrannt. Diese makabren Veranstaltungen waren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Höhepunkt der Kampagne „Wider den undeutschen Geist“, die von der Deutschen Studentenschaft und dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund, gestützt auf die sogenannten „schwarzen Listen“, angestoßen worden waren. Willfährige Buchhändler und Bibliothekare räumten daraufhin ihre Regale, so dass schließlich Studenten, Professoren und SA-Leute in gespenstisch anmutenden Feierstunden diese Schriften ins Feuer werfen konnten. Die Veröffentlichung der vermeintlich „nicht tragbaren“ Autoren in der Tagespresse beeinflusste natürlich auch den privaten Buchbesitz.

Geschichte des Gedenktages

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers
Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Auschwitz steht wie kein anderes Konzentrationslager als Symbol für den millionenfachen Mord des NS-Regimes vor allem an Juden, aber auch an anderen Volksgruppen.

Deshalb wurde der Tag der Befreiung 1996 zum ersten Mal als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Der 27. Januar soll, wie es der damalige Bundespräsident Roman Herzog in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag ausdrückte, als zentraler Gedenktag „aus der Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft werden lassen“.

Der Deutsche Bundestag trifft sich an diesem Tag alljährlich zu einer Gedenkstunde. Der Kulturausschuss des Herzogenauracher Stadtrats hat 2004 beschlossen, diesem Beispiel zu folgen und der Opfer des Nationalsozialismus durch eine geeignete Kulturveranstaltung zu gedenken.

Kontakt

Stadt Herzogenaurach

Amt für Stadtmarketing und Kultur
Herr Biehler

Marktplatz 11
91074 Herzogenaurach

Telefon +49 (0)9132 / 901-120
E-Mail biehler@herzogenaurach.de

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