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„Platz für..."

Mitmachkampagne der Metropolregion Nürnberg

Zum Ausklang des Wissenschaftstages in Bayreuth im Juli 2016 startete die Mitmachkampagne „Platz für…“ der Metropolregion Nürnberg. Die Kampagne, die in den nächsten Jahren das Image der Metropolregion schärfen und die regionale Identität stärken wird, erzählt Geschichten von Menschen, die in der Region ihr Lebensmodell verwirklicht haben. Vier besondere Talente, die die Metropolregion angezogen und an sich gebunden hat:

Andreas Moller kommt aus London zurück, weil er in der Region eine dynamische Balance zwischen altem Wissen und Kreativität herstellen kann (Maßschneiderei neu interpretiert). Den Finnen Bennie Lindberg zieht der geniale Stadt-Land-Mix an und die damit verbundenen Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Die Italienerin Dr. Laura Krainz-Leupoldt, PEMA steht als Hidden Champion für die nachhaltige Wirtschaftskraft und besonderes regionales Engagement. Das vierte Talent, das die Metropolregion mit großer Anziehungskraft aus den USA und Kanada in das Medical Valley zurückgeholt hat , ist Prof. Björn Eskofier von der FAU.

Platz für Stilisten

Nach erfolgreichen Jahren bei großen Modemachern in London setzt Andreas Moller seine Kreationen heute für ein internationales Publikum in der Metropolregion Nürnberg um. Den eigenen Stil des Kunden mit den Anzügen zum Leben zu erwecken, ist das oberste Ziel seiner Arbeit. Andreas Moller fertigt dafür Maßanzüge in Handarbeit wie noch vor 100 Jahren.

Der heute 46-Jährige durchlief seine Ausbildung in München. Später zog es ihn nach London, wo er für internationale Modemacher arbeitete. Das Leben in London beschreibt er jedoch als täglichen Kampf. Als er ausgerechnet auf einen in der Schneiderei seines Vaters gefertigten Anzug angesprochen wurde, beflügelte ihn das in der Entscheidung, nach Deutschland zurückzukehren, um wieder an der Seite seines Vaters zu arbeiten.

2005 übernahm er dann das seit 1882 bestehende Familiengeschäft in Weiden. Moller prognostiziert große Chancen für sein Handwerk in der Metropolregion Nürnberg. Die Nachfrage für maßangefertigte Anzüge steigt immer mehr. Die Metropolregion bietet für Moller den perfekten Standort, denn die Infrastruktur ist für seine Branche fast besser geeignet als in London. Sein Ziel: Ökologisch und nachhaltig zu produzieren.

Platz für Eisenmänner

Der Triathlon lockte den gebürtigen Finnen Bennie Lindberg Anfang der 90er-Jahre in die Metropolregion Nürnberg. Ein Schicksalsschlag warf allerdings alle Pläne des Profi-Athleten durcheinander. Lindberg musste sich neu erfinden. Das Fränkische Seenland bot ihm alle Möglichkeiten, dem Sport trotzdem treu zu bleiben. Es passierte im Juli 1993, als Lindberg, damals einer der besten Triathleten auf der Langdistanz, beim Radtraining für die Europameisterschaften von einem Autoerfasst wurde. Der Unfall bedeutete für ihn das Ende seiner Karriere als Profi-Athlet, woraufhin er sich neue sportliche Herausforderungen suchen musste.

In Roth konnte er als einer der wenigen hauptberuflichen Triathlon-Trainer in der Umgebung wieder Fuß fassen. Sein erster Schützling gewann bereits nach einem Jahr Training mit Lindberg den Ironman Neuseeland. Nach diesem Erfolg folgte noch seine Ausbildung zum Profitrainer und die Gründung seiner Firma „Ad Extremum“ in Roth.

Für ihn wäre ein Leben ohne Bewegung nur schwer vorstellbar, weshalb er den aktiven Sport nie aufgab und die vielfältigen Möglichkeiten rund um Roth nutzt, um Rad zu fahren, zu laufen oder zu rudern. Einen Ort, der besser geeignet ist, um seiner Arbeit und seinen Interessen nachzugehen, als Roth, kann sich Lindberg kaum vorstellen.

Platz für Naturtalente

Der Liebe wegen ist Dr. Laura Krainz-Leupoldt aus Italien in die Metropolregion Nürnberg gekommen. Eine Umstellung, die ihr anfangs schwer fiel. Heute setzt sie sich im Fichtelgebirge für verantwortliches Unternehmertum und für Kunst und Kultur ein und hat ihren Platz gefunden. Eine wesentliche Rolle spielte dabei ein lange vernachlässigtes Getreide: der Roggen.

Kaum jemand kennt sich so gut mit dem für das Fichtelgebirge typischen Getreide aus wie Dr. Laura Krainz-Leupoldt. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie in Weißenstadt das Unternehmen PEMA – der Hidden Champion für Vollkorn-Spezialitäten. „Unser unternehmerischer Erfolg gibt uns die Chance, etwas auszugeben und etwas zu investieren. Wir messen unseren Erfolg daran, ob das, was wir tun, sinnstiftend für uns, für andere Menschen und für die Region ist“, sagt Dr. Krainz-Leupoldt.

Diese Vision lebt sie nun in vielen Projekten aus: 2007 eröffnete sie in Weißenstadt das „Kleine Museum“ für zeitgenössische Kunst. Hier ermöglicht Dr. Krainz-Leupoldt den Besuchern den Zugang zu Kunstwerken, die sonst nur in großen Museen weltweit zu sehen sind. 2014 folgte das ROGG-IN und 2016 das Schulungszentrum „Weißer Kubus“. Alle Projekte verbindet dabei eine innere Logik, das Motto der Einfachheit und Entschleunigung, das Ideengeberin Dr. Krainz-Leupoldt sowohl der Natur als auch der Verarbeitung des Roggens entnimmt. Im Informationszentrum für Roggenkultur ROGG-IN hat sie
diese Philosophie umgesetzt – und den Roggen zur Inspirationsquelle für den Menschen gemacht. „Denn die Natur lehrt uns, dass Dinge Zeit brauchen“, sagt Dr. Krainz-Leupoldt.

Alle ihre Projekte waren für die Unternehmerin gleichzeitig harte Arbeit und Herzenssache – und sind somit Teil ihres persönlichen Glücks. „Die Welt schuldet uns nichts. Glück kommt dann, wenn man bereit ist, Anstrengung und Fleiß aufzubringen.“

Platz für Denksportler

Für seine Promotion zog es Björn Eskofier ins kanadische Calgary, an eines der renommiertesten Forschungsinstitute für Biomechanik. Im Ausland zu studieren, war immer sein großer Traum. Wegweisende Forschung betreibt er heute allerdings in seiner Heimat, im Medical Valley in der Metropolregion Nürnberg – aus mehreren guten Gründen.

Der 1980 im fränkischen Roßtal geborene Björn Eskofier bekam im Zuge seines Studiums das Angebot unterbreitet, seine Studienarbeit in Chicago zu erarbeiten. Später konnte er dann sein privates Interesse für den Sport mit der Forschung an intelligenten Unterstützungssystemen im Sportbereich an der Universität Calgary verbinden.

Trotz alledem zog es ihn wieder in seine fränkische Heimat. Beruflich wurde ihm das Heimkehren leicht gemacht: An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erhielt er durch adidas die Chance einer Stiftungsprofessur. Laut Eskofier bieten sich hier für seine Forschungen Möglichkeiten, die weltweit einzigartig sind. Ein zentrales Forschungsgebiet Eskofiers sind sogenannte Wearables–Computer-
systeme, die zur Datensammlung und -analyse am Körper des Benutzers getragen werden.