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Aktuelles / Veranstaltungen
 

Ausstellungsrückblick

Zahlreiche Sonderausstellungen zu stadt- und kulturgeschichtlichen Themen wurden seit dem Jahr 2000 in den Räumlichkeiten des Stadtmuseum Herzogenaurach angeboten. Ein kurzer Rückblick über die Sonderausstellungen der vergangenen Jahre wird hier, nach Jahren unterteilt, geboten. 

2017

"Sammlerglück"

11. Februar bis 23. April 2017

Für die Ausstellung des Herzogenauracher Stadtmuseums öffnen leidenschaftliche Sammlerpersönlichkeiten aus Herzogenaurach und Umgebung ihre Schatztruhen. Zu sehen sind echte Raritäten wie mechanisches Blechspielzeug und Dampfmaschinen - die Kinderträume unserer Väter sind heute heiß begehrte Sammlerstücke. In Zeiten der Massenproduktion können aber auch einfache Dinge, zum Beispiel Glasflaschen für süße Brause oder lebensgroße Pappaufsteller aus der Werbebranche, zu Sammel- und Lustobjekten werden. Sammelstücke entführen in eine Zeit, als elektrobetriebene Haushaltsgeräte die Arbeit in Küche und Waschküche wesentlich zu erleichtern begannen. Spielzeugsammlungen - von Überraschungseifiguren bis hin zu Kuscheltieren-  machen die Sonderschau zu einem Ausflugsziel für die gesamte Familie.


Ostersonntag und Ostermontag geöffnet 14.00 - 17.00 Uhr
Karfreitag geschlossen

"Here I Stand - Martin Luther, die Reformation und die Folgen"

13. Mai bis 25. Juni 2017

Mit modernen, wissenschaftlich fundierten und attraktiv gestalteten Infografiken zeigt die Wanderausstellung die wichtigsten Stationen der Reformations-geschichte und ihre Auswirkungen bis heute. Ausgehend von der Biographie Martin Luthers wird ein Blick in die Zeit vor der Reformation geworfen. Anschließend richtet die Schau ihren Fokus auf die reformatorische Dynamik, die sich nach Luthers Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel entspann, und behandelt zentrale Fragen der Reformationsgeschichte. Was war eigentlich das Neue an Luthers Theologie? Was passierte in Wittenberg 1517? Wie verbreitete sich die neue Lehre?

Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums untersucht das Stadtmuseum mit Unterstützung der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde sowie der Katholischen Pfarreiengemeinschaft die Folgen der Reformation auf Herzogenaurach. Wie kamen reformatorische Gedanken in die Aurachstadt, wie wurden sie von der Bevölkerung aufgenommen und welche Veränderungen fanden dadurch statt? Originale Schriftzeugnisse, künstlerische Artefakte und dreidimensionale Objekte können durch die Kooperation mit zahlreichen Partnern, aber auch aus dem eindrucksvollen Bestand des Herzogenauracher Stadtarchivs gezeigt werden.

Das Stadtmuseum stellt eine Vortragsreihe unter das Thema "Reformation in der Region - Personen und Ereignisse". Die Vorträge finden im Gewölbekeller des Stadtmuseums statt und beginnen jeweils um 19 Uhr.

18. Mai 2017    Pfarrvikar Hans-Peter Weigel: „Der katholische Luther“
01. Juni 2017   Pfarrerin Dr. Nina Mützlitz: „Frei durch Gottes Wort“
22. Juni 2017   Dr. Manfred Welker: „Bauernkrieg, Wiedertäufer und Schwarmgeister. Herzogenaurach in der Reformationszeit“.

Zusätzlich an:
Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Pfingstsonntag und Pfingstmontag geöffnet von 14 - 17 Uhr

Kunstausstellung "Kunst in der Natur"

2. Juli bis 30. Juli 2017

Eine Vernissage im Stadtmuseum Herzogenaurach beschließt das Sommer-Pleinair 2017 des Freundeskreises Erlangen-Höchstadt / Tarnowskie Góry. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler aus Polen, Tschechien und Deutschland stellen dabei ihre Werke vor, die in der vorausgegangenen Woche in verschiedenen Ortschaften des Landkreises Erlangen-Höchstadt entstanden sind. Die Woche der Internationalen Freilichtmalerei wird vom Freundeskreis Erlangen-Höchstadt / Tarnowskie Góry unter der künstlerischen Leitung von Maria Stawik-Höhlriegel organisiert.
In der Woche ab dem 25. Juni sind die Freilichtkünstler unterwegs, um im mittelfränkischen Landkreis künstlerische Impressionen unter dem Motto „Kunst in der Natur“ einzufangen. Unter freiem Himmel, bei natürlichem Licht und im natürlichen Umfeld entstehen dabei Ansichten, die bis zum 30. Juli im Stadtmuseum gezeigt werden.

Die Vernissage findet am 02. Juli 2017 um 16.00 Uhr im Stadtmuseum statt.

Der Eintritt in die Kunstausstellung ist frei!


2016

ATLANTIS

Fotoausstellung Sylvie Weiss

Das Stadtmuseum Herzogenaurach zeigt die Ausstellung „ATLANTIS“ mit Arbeiten der Berliner Fotokünstlerin Sylvie Weiss. In ATLANTIS geht es um die Suche nach der eigenen Identität und um das Streben, innerhalb bestehender Strukturen einen individuellen Lebensweg zu finden. Sylvie Weiss porträtierte für diese Ausstellung Jugendliche aus Herzogenaurach nach dem Schulabschluss, bevor sie sich für einen bestimmten Lebensentwurf entscheiden.

„Die Arbeit „Atlantis“ von Sylvie Weiss verweist schon in ihrem Titel auf diese Suche nach einer anderen Welt. Der Name „Atlantis“ ist nicht nur jener des verlorenen, untergegangen mythischen Reichs, sondern wird auch oft für Diskotheken, Erlebnisparks und Wellenbäder genommen: Orte die vor lauter Action, Wunschwelten und Künstlichkeit nur so strotzen. Gleichzeitig verweist der Titel aber auch auf die Lebenssituation der porträtierten Jugendlichen. Ihnen nähert sich die Fotografin auf zwei verschiedene Weisen: Nach dem persönlichen Gespräch mit den Jugendlichen, die sie an ihren gewohnten Orten aufsucht, fordert sie sie auf, sich in ihrer Lieblingskleidung zu präsentieren, also mit jenen Kleidungsstücken, die sie am stärksten charakterisieren. Die Jugendlichen nehmen Posen ein, die in der Selbstdarstellung vor der Kamera und der gemeinsamen Erarbeitung der Inszenierung entstehen. Nicht selten erinnern sie stark an mediale Vorbilder aus Mode, Kino und Popmusik, mitunter aber auch an Personendarstellungen der romantischen Malerei.“

Ein Fotoworkshop im Begleitprogramm gibt Jugendlichen die Gelegenheit, Selbstporträts nach eigener Vorstellung umzusetzen Die entstandenen Bilder werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Herzogenauracher Konzern bewegt die Welt

Das Stadtmuseum Herzogenaurach verlängert aufgrund des anhaltend großen Interesses die aktuelle Sonderausstellung über den Jahreswechsel hinaus bis zum 8. Januar 2017.

Die erstaunliche Erfolgsgeschichte ist nun auch im Begleitheft zur Ausstellung nachzulesen.
Zu erhalten ist der Katalog direkt in der Ausstellung gegen eine Schutzgebühr von 3,– Euro.

Häufig sind es die kleinen, die unsichtbaren Dinge, die die Welt bewegen. Und manchmal ist es auch eine geniale Idee. Mit der Erfindung des Nadelkäfigs revolutionierten die Brüder Wilhelm Schaeffler und Georg Schaeffler das Wälzlager und gaben den Anstoß zu einer überragenden Erfolgsgeschichte.Begonnen hatte alles in den Trümmern des zerbombten Deutschlands. In der Erwartung auf Arbeitsplätze hatte die Stadt Herzogenaurach 1946 ein Grundstück mit Bahnanschluss an die beiden Brüder verkauft. Ein Jahr später beschäftigte die neu gegründete Industrie GmbH bereits 150 Mitarbeiter. In der fränkischen Kleinstadt konnten die Innovationspioniere in den folgenden Jahren ein Unternehmen etablieren, wie es im Bilderbuch des Wirtschaftswunders steht. Schaeffler avancierte zum Synonym für Präzisionstechnik.Lange blieb die Schaeffler-Gruppe, eines der größten Familienunternehmen in Deutschland, ein unsichtbarer Riese. Doch die Produkte des Herzogenauracher Weltkonzerns sind überall da, wo sich etwas dreht oder bewegt. Ohne sie könnten Autos nicht fahren, Maschinen nicht laufen, Flugzeuge nicht fliegen.Die Ausstellung des Stadtmuseums Herzogenaurach erzählt Geschichten von Menschen mit Pioniergeist und zeigt ausgesuchte Exponate aus 70 Jahren Firmengeschichte.

 

 

 

2015

Fundstücke

Das Stadtmuseum Herzogenaurach zeigt zum 25-jährigen Jubiläum der Gruppe „Quilting Bee Herzogenaurach“ die aktuelle Themenausstellung „Fundstücke“. Gezeigt werden neben den Themenquilts auch Gemeinschaftsarbeiten und Geburtstagsquilts sowie faszinierende Einzelstücke. Die Ausstellung macht deutlich, welche unendlichen Ausdrucksmöglichkeiten Patchwork bietet.

 

 

 

 

 

„Die verschwundenen Orte“

Wie verändert sich eine Kulturlandschaft, wenn die Menschen sie verlassen haben? Wird sie neu in Besitz genommen oder verwaist sie? Wie sich Orte und Landschaften im tschechischen Grenzgebiet infolge der Vertreibung der Deutsch sprechenden Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg verändert haben, zeigt die Ausstellung „Das verschwundene Sudetenland“ im Herzogenauracher Stadtmuseum.

Die tschechische Bürgerinitiative Antikomplex will mit der Ausstellung  zur Diskussion anregen und das auf tschechischer Seite lange tabuisierte Thema der Vertreibung von Millionen Deutschen aus den böhmischen Ländern aufarbeiten. Die Sonderschau stellt Aufnahmen der früheren Orte und Kulturlandschaften Bildern der Gegenwart gegenüber. Die Fotos zeigen den Bruch in der Geschichte und in der Landschaft, der durch begleitende Texte erläutert wird.

Die Prager Schau wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe „migration + heimat“ des Stadtmuseums gezeigt. Ergänzt wird sie durch einen lokalen Ausstellungsteil, der unter dem Titel „50 Kilo“ jene Flüchtlinge und Heimatvertriebenen in den Blick nimmt, die in der Nachkriegszeit in Herzogenaurach strandeten. Die Ausstellungsmacher wollen Antworten auf Fragen finden: Was ist heute noch übrig von der verschwundenen Heimat? Wie wirkt die alte Heimat in den Menschen nach?

Discover Fairness! Aktiv für Menschenrechte

Outdoor-Firmen werben mit bunten Bildern, die Abenteuer in der Natur, Begegnungen in fremden Ländern und grenzenlose Freiheit versprechen. Die Ausstellung „Discover Fairness!“ nimmt die Besucher mit auf eine Entdeckungsreise der ganz anderen Art. An konkreten Beispielen werden unsere Ansprüche an ein Abenteuer den „abenteuerlichen” Lebens- und Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen in Outdoor-Bekleidungsfabriken gegenüber gestellt.

In den letzten Jahren sind die Produktionsbedingungen in den Textilfabriken Asiens in den Fokus der Kritik geraten. Die Ausstellung des INKOTA-netzwerks und der Kampagne für Saubere Kleidung informiert über Arbeits- und Produktionsbedingungen. An fünf interaktiven Stationen können Besucher auf spielerische Art globale Zusammenhänge begreifen und über die Wechselwirkungen des Handelns von Konsumenten im globalen Norden und die Lebensbedingungen im globalen Süden nachdenken.

Durch den Bezug zu beliebten Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Klettern sowie nachgefragten Outdoor-Produkten wie Fleece-Pulli und Rucksack werden die Besucher zu den einzelnen Stationen gelockt. Dort können sie dann selbst aktiv werden, um zu erfahren, wie die Outdoor-Produkte hergestellt werden, wie ein Arbeiter in China lebt, wie Näherinnen in den Fabriken in Vietnam arbeiten oder wie indonesische Gewerkschafter für ihre Rechte kämpfen.

Kriegsweihnacht 1915

Das Fest der Liebe im Dienst von Krieg und Propaganda

Der Beginn des Ersten Weltkriegs stieß in breiten gesellschaftlichen Schichten auf patriotische Begeisterung. Kriegerischer Dekor und patriotische Darstellungen hielten als Ausdruck eines gesteigerten Patriotismus in vielen privaten Haushalten Einzug. Nationale und militärische Symbole auf Porzellantassen und Wandtellern sollten die Heimatfront mit den Soldaten im Feld emotional zusammenschweißen und Siegeszuversicht und Durchhaltewillen demonstrieren. Der Kauf von Propaganda-Objekten wurde von der Bevölkerung als moralische Unterstützung der Soldaten verstanden.

Am Geschäft mit dem Chauvinismus beteiligten sich fast alle und die zunehmende Militarisierung des Alltags machte auch vor dem Weihnachtsbaum nicht halt. Das Weihnachtsfest hatte sich im deutschen Kaiserreich zum Inbegriff der bürgerlichen Familienfeier schlechthin entwickelt. Der Christbaum glänzte in nationalen Farben. Man hängte sich Dekor mit Symbolcharakter an den Baum: Bildnisse des Kaisers, Eisernes Kreuz, Lorbeerkranz, Eichenlaub und  Reichsadler. Nach Kriegsbeginn kannte die Perversionen des Militarismus keine Grenzen. Mit Christbaumschmuck in Geschossform ließ sich patriotische Gesinnung demonstrieren. Auf den Wunschzetteln und den weihnachtlichen Gabentischen stand Kriegsspielzeug an erster Stelle.

In der zweiten Kriegsweihnacht fanden sich alle Facetten des technischen und militärischen Fortschritts als Zierrat am Baum: Flugapparate, Schiffe der Kriegsmarine, Zeppeline, Kanonen und Bomben, Pickelhauben oder Eiserne-Kreuze sollten Zuversicht zu verbreiten und von der Realität des Krieges ablenken. Doch die Verwundeten- und Gefallenenlisten ließen in vielen Familien keine "besinnliche" Stimmung aufkommen. Im Jahr 1915 fehlten vielfach die erwachsenen männlichen Mitglieder der Familie, weil sie an der Front, in den Schützengräben ausharren mussten. Weihnachtliche Liebesgaben aus der Heimat erreichten die Soldaten mit der Feldpost. Die Päckchen enthielten meist Zigaretten, Schokolade, Lesestoff oder gestrickte Handschuhe, Socken und Ohrenschützer.

Die Ausstellung „Kriegsweihnacht 1915“ zeigt einzigartige Objekte aus der bedeutenden Privatsammlung von Arno und Tobias Damberger, darunter Weihnachtsschmuck der Kaiserzeit, Liebesgaben, die mit der Feldpost verschickt wurden, Briefe von der Front und patriotisches Spielzeug.

2014

TOOOOOR!!

Eine Zeitreise durch 100 Jahre Fußballgeschichte

Keine andere Sportart zieht die Menschen so in ihren Bann wie Fußball. Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft beleuchtet das Herzogenauracher Stadtmuseum mit einer Sonderschau die Fußballgeschichte der Aurachstadt. Die Ausstellung nimmt die Besucher mit eindrucksvollen Bildern, spannenden Hintergrundsinformationen und exklusiven Exponaten auf eine lebendige und emotionale Zeitreise durch ein Jahrhundert Fußballgeschichte. Erlesene Raritäten aus Vereinsbesitz und noch nie gezeigte Erinnerungsstücke von Privatpersonen lassen die Geschichte des Rasensports lebendig werden. Die Ausstellung erinnert an bedeutende Fußballpioniere wie Heiner Stuhlfauth und an international bekannte Sportstars wie Lothar Matthäus, der mit Talent und Ehrgeiz in den örtlichen Jugendmannschaften kickte.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts trat der neue Mannschaftssport von England aus seinen Siegeszug rund um die Welt an. In Deutschland traf er auf starke Konkurrenz: Turnen war Nationalsport, und Fußball wurde von den Turnanhängern vehement als „englische Krankheit“ diffamiert. Doch bereits in den 1920er-Jahren war Franken der Mittelpunkt Fußball-Deutschlands. Auch die Herzogenauracher waren vom grassierenden Fußballvirus angesteckt. Mitten im Krieg hatten fußballbegeisterte Herzogenauracher im Jahr 1916 den ersten Fußballclub Herzogenaurachs aus der Taufe gehoben.  Sportvereine mit engagierten ehrenamtlichen Mitgliedern waren von Anfang an die Träger der Fußballbewegung. Parallel zu den reinen Fußballvereinen entstanden Fußballmannschaften als Unterabteilungen der Turnvereine. Die ersten Fußballplätze wurden notdürftig planiert. Für das passende Schuhwerk sorgten die Dassler-Brüder, die mit ihrer Sportschuhfabrik im Sog der zunehmenden Sportbegeisterung rasant expandierten.

Die Ausstellung erinnert an glanzvolle Zeiten, als die Fußballclubs mit rasch anwachsenden Mitgliederzahlen beachtliche sportliche Erfolge verzeichnen konnten – auch dank des Engagements der Herzogenauracher Sportschuhkonzerne Adidas und Puma. Hart umkämpfte Lokalderbys zwischen den Herzogenauracher Traditionsvereinen und Freundschaftsspiele gegen Promi-Mannschaften lockten in den sechziger und siebziger Jahren Tausende von Fußballfans in den Weihersbach.

Sound der Freiheit

Besatzer, Jazz und Demokratie

Amerikanische Soldaten ziehen 1945 als wenig geliebte Besatzer in Herzogenaurach ein und werden schon bald zu Botschaftern eines neuen Lebensstils. Die Amerikanisierung der Jugend passiert quasi über Nacht. Jazz wird zum „Sound der Freiheit“. Deutsche Musiker spielen in den Clubs der Herzo Base und in den Armee-Stützpunkten der Region für die Soldaten. Auch in anderen Bereichen tritt der „American Way of Life“ seinen Siegeszug an und verändert die Stadt. Die Ausstellung des Stadtmuseums zeigt, wie sich die Lebensgewohnheiten verändern. Nylonstrümpfe, Kaugummi und Coca Cola sind heiß begehrt. Deutsche Jugendliche begeistern sich für Marlon Brando, James Dean und Elvis Presley und entwickeln in der Übernahme amerikanischer Vorbilder erstmals eine eigene Jugendkultur. „Demokratie ist sexy!“ lautet die Botschaft der amerikanischen Kulturindustrie. So werden aus Besatzern nach und nach Verbündete. Im Zeichen des Kalten Krieges finden sich Westdeutsche und Amerikaner hinter der gleichen Frontlinie wieder.
Zur Ausstellung erscheint ein Sonderprospekt mit zusätzlichen Informationen und dem Begleitprogramm.

2013

„FRAUEN IN FRANKEN“

Was hat eine adelige Herrschergattin der frühen Neuzeit, vielleicht in Ansbach oder Bayreuth, mit einer Bäuerin im Mainfränkischen im 19. Jahrhundert gemeinsam? Was verbindet die mittelalterliche Magd in einer fränkischen Kleinstadt wie Herzogenaurach mit der Frauenrechtlerin von 1900? Kaum etwas mehr als nichts. Viel mehr als das Geschlecht bestimmte jahrhundertelang der gesellschaftliche Stand die Lebensbedingungen von Frauen.

Und doch verbindet diese Frauen etwas: Neben den auch für Männer geltenden Standesgrenzen waren ihnen noch weitere Grenzen gesteckt. Die Gesellschaft – und hier vor allem die Männer – bestimmte ihre Rollen und ihre Handlungsfreiräume. Frauen mussten sich dazu positionieren: Mal arrangierten sie sich damit, mal revoltierten sie dagegen, mal überschritten sie die gesetzten Grenzen tollkühn. Und hier hatten dann manchmal Frauen aus ganz unterschiedlichen Schichten doch sehr viel gemeinsam ...

Die vom Bezirk Mittelfranken in Auftrag gegebene Ausstellung beschreibt die Lebenssituation von Frauen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu verschiedenen Zeiten in Franken. Ein vom Stadtmuseum Herzogenaurach konzipierter Lokalteil zeigt spannende Exponate zur Frauengeschichte vor Ort und stellt bemerkenswerte Frauen der Aurachstadt vor.

Schamane und Jaguar

Altamerikanische Kulturen

Die ausdrucksstarke Kunst der Indianer ist fremdartig, ihr Weltbild für uns schwer zu verstehen. Die Menschenopfer waren für die spanischen Eroberer abstoßend. In Amerika entwickelte sich eine faszinierende Vielfalt von Kulturen, die sich von den eurasischen deutlich unterscheiden.

Mit Originalexponaten und Bildmaterial gibt die Ausstellung im Herzogenauracher Stadtmuseum einen faszinierenden Einblick in die südamerikanischen Hochkulturen in Peru, Ecuador und Bolivien sowie in die mesoamerikanischen Hochkulturen in Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador. Schwerpunkt der Ausstellung ist Costa Rica, wo die Einflüsse aus beiden Regionen aufeinandertreffen. Die Indianervölker Costa Ricas profitierten vom technischen und wirtschaftlichen Fortschritt im Norden und im Süden. Sie verstanden es, Handwerk und Kunst zu perfektionieren und schufen sehr unterschiedliche Werke mit variantenreicher Malerei.

Bevor Kolumbus kam

Auf dem amerikanischen Kontinent existierten vor der Ankunft der Weißen tausende verschiedene Kulturvölker und historischen Reiche. Bereits vor dem ersten Jahrtausend vor unserer Zeit legten die Bewohner des alten Amerika den Grundstein für kulturelle, künstlerische und religiöse Entwicklungen, die dem Kontinent ein besonderes, eigenständiges Gepräge gaben.

Die Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg besitzt eine der größten Sammlungen von Kunstwerken aus dem präkolumbischen Costa Rica in Europa. Herausragende Stücke dieser Sammlung werden im Herzogenauracher Stadtmuseum gezeigt: Steinfiguren und Keramik, Tierdarstellungen und Hilfsmittel für die Arbeit der Schamanen sind beeindruckende Zeugnisse von künstlerischer Vielfalt und herausragendem handwerklichem Geschick. Sie entstanden vor dem Jahr 1500 unserer Zeit und wurden meist als Grabbeigaben gefunden.

Derartige Gegenstände sind in europäischen Museen nur selten zu sehen, da die meisten Ausstellungen die Hochkulturen Amerikas darzustellen versuchen. Die Präsentation der Kultur Costa Ricas schließt die Lücke zwischen den mexikanischen Hochkulturen der Maya und Azteken und den südamerikanischen Hochkulturen der Inkas oder der Nazca-Kultur.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg durchgeführt.

2012

„Felix Müller – Werkschau“

Ein Expressionist der „Verschollenen Generation“

Einen umfassenden Einblick in das Schaffen des Bildhauers, Malers und Grafikers Felix Müller (1904 – 1997) gibt die am 23. Februar 2012 in Herzogenaurach eröffnete Retrospektive. Die Werkschau, ein Gemeinschaftsprojekt des Herzogenauracher Stadtmuseums und des Felix-Müller-Museums in Neunkirchen am Brand, ist bis zum 15. April in Herzogenaurach zu sehen. Die Ausstellung folgt dem Lebensweg des enorm produktiven Künstlers, der bei seinem Tod 1997 ein außergewöhnliches Gesamtwerk hinterlässt. Die Sonderschau zeigt einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens, zu dem sakrale Themen, monumental umgesetzt, ebenso gehören wie kraftvolle Ölgemälde mit Motiven aus der fränkischen Landschaft, ausdrucksstarke Porträts sowie Grafikblätter. Neben Exponaten aus dem Bestand des Felix-Müller-Museums sind erstmalig auch Kunstwerke aus Privatbesitz zu sehen.

Im Jahr 1927 eröffnet Felix Müller seine erste Werkstatt als freischaffender Künstler im fränkischen Laubendorf bei Fürth. Erste Erfolge feiert er mit Skulpturen für den öffentlichen Raum. Er nimmt in den 1930er Jahren Anteil an der sehr lebendigen Nürnberger Kunstszene. Der junge Künstler macht mit expressiven Ölbildern und Aquarellen auf sich aufmerksam, die auch in Ausstellungen gezeigt werden. Seine Bilder stellen die Wirklichkeit gegenständlich dar, doch die Formen stark vereinfacht und mit kräftigen leuchtenden Farben.

Kulturoffener Samstag

15. September 2012, 17 bis 23 Uhr
Zu einer ungewöhnlichen Zeit öffnet sich das Stadtmuseum und bietet Einblick in eine ganz andere, unbekannte und spannende Welt. Die Museumsnacht ist auf die ganze Familie ausgerichtet: Mit Sonderaktionen für Kinder und mit einem spannenden Programm für die Großen.
Die Teilnahme an den Aktionen ist kostenfrei!

Alle in einem Boot

Karikaturen zu Afrika und Europa
13. Oktober bis 4. November 2012
Im Rahmen der Kulturtage 2012 zeigt die Stadt Herzogenaurach gemeinsam mit der Erzdiözese Bamberg und der Pfarrgemeinde St. Magdalena eine Ausstellung mit Zeichnungen von prominenten Karikaturisten aus Deutschland, Österreich, Holland und dem Senegal. Mit spitzer Feder thematisieren die Künstler das afrikanisch-europäische Verhältnis und spiegeln humorvolle, überraschende, manchmal aber auch bittere Momente, Erkenntnisse und Wahrheiten wider. Ihr (nicht ganz) erstaunliches Fazit: Wir sitzen „alle in einem Boot“. Das Verhältnis zwischen Europa und Afrika ist sehr vielfältig. Freundschaft und Misstrauen, Respekt und Unverständnis - von allem ist etwas dabei. Karikaturisten begnügen sich nicht mit oberflächlichen Betrachtungen. Schonungslos gehen sie den Dingen auf den Grund. Und sie sind Gerechtigkeitsfanatiker. So beleuchten sie in ihren Bildern das Verhalten von Touristen auf dem Schwarzen Kontinent, das Bemühen um eine „gerechte“ Entwicklungshilfe oder die Frage, welcher Kontinent im 21. Jahrhundert missioniert werden sollte. Lachen ist garantiert, auch wenn man bei der einen oder anderen Zeichnung schnell nachdenklich werden kann. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.
Ausstellungseröffnung am 12. Oktober, 20.00 Uhr

Kolonialzeit im Familienalbum

10. November bis 25. November 2012
Während andere europäische Mächte bereits ab dem 15. Jh. versuchten, Gebiete in Übersee zu gewinnen, begann das Deutsche Reich erst im 19. Jh., sich Territorien in Afrika oder Asien zu sichern. Diese „Schutzgebiete“ und Kolonien wurden in erster Linie als Ressource betrachtet und – dem Zeitgeist entsprechend – den eigenen Bedürfnissen angepasst. Die Ausstellung „Kolonialzeit im Familienalbum“ thematisiert die besonderen Bezüge von Deutschland zu diesen Ländern am Beispiel einer Familie, die nach Deutsch- Ostafrika ausgewandert ist. Im Jahr 1908 holte das Ehepaar Devers seine kleine Tochter Herta nach Dar es Salaam, der Hauptstadt des damaligen Deutsch-Ostafrika. Nachdem der Versailler Vertrag bestimmte, dass Deutschland seine Kolonien abzugeben hatte, kehrte auch Herta Devers als junge Frau nach Deutschland zurück. Im Gepäck hatte sie die Fotos, die ihr Vater und ein ansässiger Fotograf seit etwa 1893 aufgenommen hatten. Aus dieser Bildersammlung stellte der Bayreuther Historiker Dr. Norbert Aas noch zu Lebzeiten von Herta Devers Anfang der 1990er Jahre eine Ausstellung zusammen, die eine fiktive Rundreise durch Deutsch-Ostafrika beschreibt. Die Ausstellung greift viele wichtige Aspekte des Kolonialwesens auf und illustriert sehr authentisch den Alltag und den Zeitgeist in einer deutschen Kolonie um die Jahrhundertwende. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

2011

WO MAN SINGT ….“

150 JAHRE LIEDERKANZ 1861
Das Herzogenauracher Stadtmuseum nahm das 150. Gründungsjubiläum zum Anlass, die spannende Entwicklung eines kulturtreibenden Vereins im Gesellschaftsleben der Aurachstadt mit einer Sonderausstellung nachzuzeichnen. Chorgeschichte und Musikgeschichte wurden den Ereignissen in Stadt und Land, die oft von den Sängern begleitet wurden, gegenüber gestellt.

 

 

 

 

"Ach Du lieber Gott"

Karikaturen zu Ökumene und Kirche
Unter dem Motto „Ach Du lieber Gott“ stand die Karikaturenausstellung der Erzdiözese Bamberg, die in Zusammenarbeit mit den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Bayreuth und Nürnberg entstanden ist. Zu sehen waren 45 Karikaturen zum Thema Ökumene und Kirche.
Die Ausstellung wurde vom Kulturamt in Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde St. Magdalena durchgeführt.

 

 

 

 

2010

NOT MACHT ERFINDERISCH

Deutschland war 1945 ein Trümmerhaufen. Millionen Menschen in Mitteleuropa erlebten die Stunde Null zwischen Kriegsende und Neuanfang in bitterster Armut. Es fehlte an Brennmaterial zum Kochen und Heizen, an Brot für den knurrenden Magen und an warmer Kleidung für den bevorstehenden Winter. Die Menschen konnten nicht einmal das Wenige auftreiben, was ihnen auf Bezugschein oder Lebensmittelkarte zustand. Es war die Zeit des Ersatzkaffees und der Rübenblättersuppe, die Zeit, als man aus Fallschirmseide Taufkleider nähte, Säcke aus Hilfslieferungen zu kratzenden Pullovern verarbeitete und aus Stahlhelmen Nachttöpfe oder emaillierte Küchensiebe fertigte.

Das Herzogenauracher Stadtmuseum zeigt vom 3. April bis zum 6. Juni 2010 in der neuen Sonderausstellung „Not macht erfinderisch“ eine Sammlung von rund 150 Notprodukten, Leihgaben des Museums für historische Wehrtechnik in Röthenbach und des Privatsammlers Dr. Bernd Leiße. Als spannende Zeitzeugnisse der unmittelbaren Nachkriegsjahre legen sie beredtes Zeugnis ab von einer aus heutiger Sicht erstaunlichen und in einzelnen Zügen fast grotesken Verwandlung ausgemusterter militärischer Dinge in zivile und friedliche Gebrauchsgegenstände.

„20 Jahre Deutsche Einheit“

Die Wiedervereinigung Deutschlands jährt sich 2010 zum 20. Mal. In Plakatform sind die wertvollsten Bild- und Textdokumente aus der bewegten Zeit von den Anfängen der „friedlichen Revolution“ 1989 bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 zu sehen. Die Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Hertie-Stiftung erinnert an den Protest gegen die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen im Mai, die Fluchtbewegung im Sommer und die Massenproteste im Herbst 1989, die die SED-Diktatur schließlich in die Knie zwangen. Die Plakate berichten von der Selbstdemokratisierung der DDR, der deutsch-deutschen Solidarität und den außenpolitischen Weichenstellungen bis zur Wiedererlangung der Deutschen Einheit.

Ergänzt wird die Sonderschau durch eine Sammlung von Originalobjekten aus der ehemaligen DDR. Zu sehen sind Gegenstände, die den Bürgern der DDR vertraut waren und die Identität schufen, die den meisten Westdeutschen, vor allem den nach 1990 geborenen Jugendlichen, jedoch fremd geblieben sind.

Lesung „Sei gegrüßt und lebe!“ - Eine Freundschaft in Briefen
Zur Ausstellung lesen am Sonntag, 26. September 2010, um 17.00 Uhr, im Konzertsaal der Sing- und Musikschule zwei Schauspielerinnen des Staatstheaters Nürnberg aus dem Briefwechsel von Brigitte Reimann und Christa Wolf. Persönliches kommt zur Sprache und von den Zeitumständen ist die Rede.
Die Werke beider Autorinnen gewähren unterschiedlichste Einblicke in das Leben von Frauen im DDR-Alltag. Christa Wolf, 1929 in Landsberg an der Warthe geboren, lebt mit ihrem Mann Gerhard Wolf in Berlin. Sie zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart; ihr umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

Marc Chagall - Bibel und Schöpfung

Die Lithografien zum Alten Testament zählen zu den populärsten, aber auch wichtigsten Illustrationsfolgen, die Marc Chagall hinterlassen hat. Für eine Reihe von Studien zu diesem Werk, das später in der Zusammenarbeit mit seinem Verleger Tériade und dem Lithografen Mourlot zu monumentaler Größe heranwachsen sollte, reiste Chagall wiederholt in das Heilige Land. Die Original-Lithografien erschienen seit 1956 im Abstand von jeweils vier Jahren in der Pariser „Revue Verve“, die Tériade 1937 gründete und in den folgenden Jahren zur weltweit bedeutendsten Revue für Kunst und Literatur machte. „La verve“ bedeutet im Französischen „Begeisterung, Schwung, Feuer“ und ist als Ausdruck des Engagements ihres Gründers zu verstehen. Im Jahr 1960 erschien unter dem Titel „Dessins pour la Bible“ die zweite Folge, die überwiegend den biblischen Frauen gewidmet war. Mourlot und seine Mitarbeiter haben mit dem Künstler zusammen die Auflage hergestellt. Chagall hat die Bilder im Atelier Mourlot direkt auf den Stein gezeichnet. Die Original-Lithografien wurden von Chagall nicht signiert.

Marc Chagall wurde 1887 als ältestes von neun Kindern einer chassidischen jüdischen Familie in Witebsk im Russischen Reich (heute Weißrussland) geboren. Er starb hochgeschätzt und vielfach ausgezeichnet am 28. März 1985 in Frankreich. Christliche Ikonografie und Symbolik sowie die biblische Botschaft übten schon frühzeitig besonderen Einfluss auf den jungen Chagall aus.

Veranstalter ist der Verein „Kultur Erlangen-Höchstadt e.V.“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Herzogenaurach

2009

MARIA LERCH (1884 – 1962)

BILDHAUERIN

Über Jahrzehnte war die Bamberger Künstlerin Maria Lerch, deren Geburtstag sich am 25. Januar 2009 zum 125. Mal jährte, freundschaftlich mit Herzogenaurach verbunden. Das Stadtmuseum Herzogenaurach erinnert aus diesem Anlass mit einer Sonderausstellung an das künstlerische Schaffen der 1962 verstorbenen Ehrenbürgerin.

Die Bildhauerei und die Architektur sowie mit dieser verbundene skulpturale Arbeiten galten Jahrhunderte lang als männliche Domäne. Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund stellt das umfangreiche künstlerische Schaffen Maria Lerchs eine bemerkenswerte Ausnahmeerscheinung dar. Ihre Werke entstanden als Auftragsarbeiten für Städte und Kirchengemeinden in ganz Franken. Eine besondere Wertschätzung erfuhr Maria Lerch in Herzogenaurach, wo die Künstlerin mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet wurde. Die Zusammenarbeit begann 1934 mit der Gestaltung eines Brunnendenkmals, im Jahr 1937 wurde sie beauftragt, den „Kriegshelden“ Rudolf Berthold mit einem Mahnmal zu ehren.

Die Ausstellung stellt die für Herzogenaurach entworfenen Werke vor. Zu sehen sind daneben weitgehend unbekannte Arbeiten der Bildhauerin, darunter frühe Zeichnungen und Kleinplastiken, die eine ganz andere Seite der Künstlerin aufzeigen.

„1409“

09. Juli bis 31. Juli 2009
Im Rahmen einer Geschichtsarbeitsgruppe gingen sechs Schüler der Herzogenauracher Realschule der Frage nach, wie die Welt vor 600 Jahren ausgesehen haben mag. Aus der Klasse 9a kommen Sven Becker, Markus Dengler, Christian Götz und Tobias Scharf, aus der 9b Anton Boldt und Florian Raum. Aus dem Geschichtsprojekt, das dem Engagement von Gotthard Lohmaier zu verdanken ist, entstand in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Herzogenaurach eine Sonderausstellung, die am 9. Juli im mittelalterlichen Kellergewölbe des Stadtmuseums am Kirchenplatz eröffnet wird.

Im Mittelpunkt der Ausstellung "1409" steht das spätmittelalterliche Herzogenaurach, doch der Blick geht über den Tellerrand hinaus.

Vor 600 Jahren ist Herzogenaurach längst eine Stadt, auch wenn sich ein formaler Stadtgründungsakt urkundlich nicht belegen lässt. Doch der Geschichtsforschung ist es – auch dank naturwissenschaftlicher Methoden - inzwischen gelungen, Licht in das „finstere Mittelalter“ zu bringen. Dabei hat sich gezeigt, dass einige Entwicklungsschritte weit zurückdatiert werden müssen.

Der Titel der Ausstellung verweist auf das Jahr „1409“, in dem zwei Urkunden ausgestellt wurden, die Meilensteine für den Ausbau der städtischen Rechte darstellen. Die beiden Urkunden befinden sich der Sammlung des Herzogenauracher Stadtarchivs und sind in dieser Ausstellung erstmals im Original zu sehen. Sie stehen im Mittelpunkt der Sonderschau und sind für die Ausstellungsmacher der Anlass, bestimmten Fragen nachzugehen: Wie müssen wir uns das Leben an der Aurach vor 600 Jahren vorstellen? Wie sah die Welt im Jahr 1409 aus? Wer lebte man hier und wie lebten die Menschen im Rest Europas oder gar in Übersee? Diese Fragen werden anhand von reich illustrierten Schautafeln in der Ausstellung beantwortet. Auf der Suche nach Antworten hilft auch ein spannendes Mittelalterquiz. Das Ratespiel eignet sich vor allem für Schüler ab der 8. Klasse.

Die Ausstellungsmacher werfen auch einen Blick auf die bedeutendsten Ereignisse dieser Zeit. Neue Machtzentren entstehen durch die Entwicklung von Wirtschaft und Handel. Die Kaufleute der Hanse beherrschen den Fernhandel im Norden und führen einen Krieg gegen Piraten. Im Süden hat die Seemacht Venedig bis zum 15. Jahrhundert eine einzigartige Vormachtsstellung erreicht. Die Medici steigen in Florenz durch geschicktes Taktieren und ein unbarmherziges Machtstreben zu einer Großmacht auf.

Es ist eine Zeit des geistlichen Umbruchs. Die Machtstellung der Kirche ist geschwächt. Der Niedergang des Deutschen Ritterordens wird durch die verlorene Schlacht bei Tannenberg beschleunigt. Das Bestreben des Königs, ein Ende der durch die doppelte Papstwahl im Jahr 1378 ausgelösten Kirchenspaltung zu erreichen, scheitert im Jahr 1409 mit der Wahl eines dritten Papstes. Ketzer wie Jan Hus finden immer mehr Zulauf.

2008

UM GOTTES LOHN – 500 JAHRE PFRÜNDNERSPITAL

Eindrucksvoll erhebt sich am Kirchenplatz der spätmittelalterliche Bau des Pfründnerspitals, in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist. Seine Entstehung verdankt das Spital einer Stiftung des in Niederndorf geborenen Waidhändlers Conrad Reyther und seiner Frau Anna, die vor 500 Jahren eine Einrichtung zur Unterbringung alter und behinderter Bürger der Stadt bauen ließen. Spitäler können als "multifunktionale" Einrichtungen betrachtet werden. Sie dienten der Versorgung von Bürgern der Stadt, die sich entweder als Pfründner rechtzeitig einen guten Platz im Spital gesichert hatten und dort einen angenehmen, vor allem betreuten Lebensabend verbringen konnten, oder von Bedürftigen, die nicht die Möglichkeit gehabt hatten, sich in das Spital einzukaufen und zumindest ihre Gebete für die Wohltäter des Spitals einbringen konnten. Umfangreiche Einnahmen aus Haus- und Grundbesitz sorgten dafür, dass die Einrichtung über die Zeitläufte hinweg bestehen konnte. Das Spital war immer auch ein Wirtschaftsbetrieb. Mühlen wurden betrieben, Höfe und Wälder bewirtschaftet, man betätigte sich sogar als Bank und verlieh Geld gegen Zins.

Der Gedanke, in der Sorge um das eigene Seelenheil und das der Verstorbenen, Stiftungen zu gründen, reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Stiftungen entsprangen einer Jenseitsvorsorge, die den Stiftern einen „Ruheplatz im Paradies“ garantieren sollte. Entstanden im ausgehenden Mittelalter, blieb die Spitalstiftung durch die folgenden Jahrhunderte die wichtigste Sozialeinrichtung der Aurachstadt. Aus Anlass des 500-jährigen Bestehens des Pfründnerspitals wird im Stadtmuseum die Sonderausstellung „Um Gottes Lohn“ gezeigt. Die Ausstellung des Stadtmuseums Herzogenaurach in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Herzogenaurach dokumentiert die Geschichte des „Spitals zum Heiligen Geist“ anhand von archivalischen Quellen sowie einschlägigen Exponaten. Originaldokumente - von der  Gründungsurkunde aus dem Jahr 1508 bis zum letzten Rechnungsband - zeugen vom Leben und Sterben im Spital und berichten von den Lebensumständen in der ländlichen Kleinstadt. So werden Orte und Personen lebendig, die sonst in keiner Quelle erscheinen.

ABGESTAUBT!

Schätze aus dem Museumsdepot

Mit einer Sonderausstellung blickt das Stadtmuseum auf eine 100-jährige Geschichte des Sammelns zurück. Die Jubiläumsausstellung stellt große und kleine Schenkungen vor und sagt den vielen Gönnern Dank für ihr Engagement.

Die Erweiterung der Bestände gehört neben dem Erhalt, der Erforschung und der Vermittlung der Sammlung zu den wichtigsten Aufgaben des Museums. Die Sammlungen sind überall weitaus umfangreicher, als es die Dauerausstellungen jemals repräsentieren könnten. In jedem Museum schlummert Verborgenes im Depot. Für diese ungewöhnlichen Schau haben wir Kostbares wie Kurioses „abgestaubt“ und zeigen ungewöhnliche Neuzugänge der letzten Jahre sowie Interessantes und Merkwürdiges aus der „Abstellkammer der Stadtgeschichte“. Die Schaustücke haben eines gemeinsam: Sie passen in absehbarer Zeit in keinen thematischen Zusammenhang. Gleichwohl lohnt es sich, die Stücke, von denen viele hier erstmals zu sehen sind, einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren. In ihrer weitgefächerten Vielfalt geben diese Objekte gleichzeitig eine Antwort auf eine grundlegende Frage: Was macht ein Objekt museumswürdig, und warum hat sich diese Einschätzung in den letzten 100 Jahren derart grundlegend gewandelt?

100 Jahre Stadtmuseum

Die Geschichte des Herzogenauracher Stadtmuseums ist eng mit der Tätigkeit des Historischen Vereins verbunden. Es waren die Mitglieder des 1906 entstandenen Geschichtsvereins, die den entscheidenden Anstoß zur Museumsgründung gaben. Sein Sammlungsgut bildete den Grundstock für den Aufbau des Stadtmuseums, das 1908 im Vehnturm eröffnet werden konnte.

Wegen Platzmangels sowie aus konservatorischen Überlegungen heraus verlegte man die Sammlung im Jahr 1937 in das frühere Amtschloss. Die Museumsbestände blieben während des Zweiten Weltkriegs notdürftig eingelagert und wurden nach Kriegsende zurück in den Vehnturm gebracht. Der Wiederaufbau der durch die Kriegsläufe stark dezimierten Sammlung führten 1958 zu einer Neuaufstellung im 2. Obergeschoss des Schlosses. Erweitert um die Sammlung des Ehrenbürgers Luitpold Maier und den Bestand des kleinen Höfener Dorfmuseums fand das Museum dank der Initiative Richard Tilles 1969 einen Platz um Erdgeschoss des Schlosses.

Im Herbst 2000 wurde das Stadtmuseum nach grundlegender Neukonzeption im denkmalgeschützten Pfründnerspital am Kirchenplatz eingerichtet. Unter städtischer Leitung konnte damit die lange Tradition des Sammelns und Vermittelns fortgesetzt werden. Nach dem Umbau bietet das historische Fachwerkgebäude mit einer Fläche von über 700 Quadratmetern ideale Voraussetzungen für eine zeitgemäße und besuchergerechte Präsentation der Sammlung.

Rechtsradikalismus in Bayern

Vom Weltbild der Rechtsextremen über die intellektuelle Szene bis hin zum Auftritt im Internet reichen die Informationen, die die Macher für diese Ausstellung zusammengetragen haben. Besonders in den Blick rückt dabei die Jugendkultur. Die NPD hat sich von einer Altherren-Partei zur modernen Jugendpartei entwickelt. Der Altersdurchschnitt der Funktionäre ist auf 30 Jahre gesunken, «das sollte die etablierten Parteien nachdenklich machen». Mit Musik und Gruppenerlebnissen ködert die Jugendorganisation der NPD vor allem den männlichen Nachwuchs, doch hat sich mittlerweile auch eine Mädchenszene etabliert.
Rechtsextremismus - von rechtsextremer Jugendgewalt bis zu rechtsextremen Parteien in Landtagen -, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sind eine Herausforderung für unsere Demokratie. Was jeder einzelne gegen diese Entwicklung tun kann, auch darauf versucht die vom Bayern-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung konzipierte Schau Antworten zu geben.

2007

LIEBE SOLDATEN...

Eine Geländekuppe nördlich der fränkischen Kleinstadt Herzogenaurach war 1934 zum Bau eines zivilen Notlandeplatzes gewählt worden. Doch schon bald wurde deutlich, dass hier eine militärische Anlage zum Aufbau der vorerst geheimgehaltenen deutschen Luftstreitkräfte entstand.

Nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur übernahmen die amerikanischen Streitkräfte den Militärstützpunkt und bauten ihn während des Kalten Krieges zu einer der wichtigsten Abhörstationen Europas aus. Die Veränderung der weltpolitischen Lage brachte 1972 die Stationierung von Bodentruppen, ausgestattet mit atomaren Trägersystemen. Mit dem Abzug der letzten amerikanischen Artilleriebrigade ging dieses Kapitel der Herzogenauracher Stadtgeschichte im Jahr 1992 zu Ende.

Eine Ausstellung des Stadtmuseums Herzogenaurach beleuchtet die Geschichte eines jahrzehntelang von der Bevölkerung abgeschotteten Areals, das nur selten Einblicke in die Pläne der Militärstrategen erlaubte.



2006

sneaker culture – Kulturgut Turnschuh

Von Herzogenaurach aus hat der Sportschuh seinen gewaltigen Siegeszug um die Welt angetreten. Die Markenzeichen der an der Aurach ansässigen Global Player - das Dreistreifenlogo und die springende Raubkatze - sind von den Sportarenen dieser Welt längst nicht mehr wegzudenken. War der Turnschuh in den Anfängen ein technisches Hilfsmittel zum Erreichen sportlicher Höchstleistungen, so entwickelte er sich in den letzten zwei Jahrzehnten immer mehr zu einem Ausdrucksmittel für individuelles Lebensgefühl. Weltweit unverzichtbarer Bestandteil des Alltags, und als Freizeitschuh längst ein Klassiker, erhob die jugendliche Gegenkultur schließlich Sneakers aus Herzogenaurach zum mythischen Kultobjekt.

Ihren ersten revolutionären Auftritt hatten die Wunderschuhe der Dassler-Brüder auf den Fußballplätzen und Laufbahnen der großen Stadien, ihren zweiten an den Füßen der Turnschuhgeneration und ihren vorerst letzten auf den internationalen Konzertbühnen und Laufstegen. Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft greift die Stadt Herzogenaurach dieses einzigartige historische Erbe auf. Die Ausstellung „sneaker culture – Kulturgut Turnschuh“ setzt die Kulturgeschichte sportiver Fußbekleidung auf ungewöhnliche und spannende Weise in Szene. Raritäten aus den Sammlungen der Firmen adidas und PUMA, Originalschuhe von Weltrekordlern und Olympiasiegern, Designschuhe und High-End Sneakers, Werbematerialien und seltene Bilddokumente zeigen die Wandlung des „Sportgeräts Turnschuh“ zu einem „Symbol, mit dem man laufen kann“.

2005

Billig und doch wertvoll: PAPIER

Ohne Papier geht nichts im Leben. Ob als Informationsträger, Wertpapier oder Klorolle – es vergeht kein Tag, an dem wir nicht Papier in der Hand halten. Papier, die vielleicht wichtigste Erfindung der Menschheitsgeschichte, ist Thema einer großen Sonderausstellung im Herzogenauracher Stadtmuseum.

Der Siegeszug des Papiers begann in China, doch den Namen erhielt es von den Ägyptern, die aus Papyrusfasern Blätter zum Beschreiben herstellten. Mit der Erfindung des Buchdrucks verbreitete sich aus Holzfasern und Lumpen geschöpftes Papier in der ganzen Welt.

Die Ausstellung bietet nicht nur eine fast unüberschaubare Mange an Anschauungsmaterial -spannende Attraktionen zum Befühlen und Ausprobieren, zum Spielen und Malen machen den großen und kleinen Besuchern der Ausstellung den Wert dieses „Billigproduktes“ bewusst.

Löwe, Ochs und Walfisch

Bierstadt Herzogenaurach

Bier ist nach wie vor der Deutschen liebstes Getränk, auch wenn die Zahl der Privatbrauereien immer weiter zurückgeht. Das Stadtmuseum erinnert an die Zeit, als Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als ein Dutzend Braustätten die Herzogenauracher mit Bier versorgten. Nur eine davon konnte bis zur Gegenwart überleben, das Kommunbrauhaus, in dem auch einige der Bierwirte brauten, wurde 1922 in eine öffentliche Badeanstalt umgewandelt.

In Zusammenarbeit mit Thomas Schäfer, Bierkenner und Autor der Schrift „Biergeschichten aus Herzogenaurach“, entstand eine Ausstellung über die traditionellen Brauhäuser und Bierwirte der Stadt. Die Geschichte des Herzogenauracher Biers beginnt bereits mit der Stadtordnung 1382, die eindeutige Bestimmungen über das Brauen enthält. Auch wenn Wein noch lange das bevorzugte Getränk blieb, gewann der Gerstensaft zunehmend Anhänger. Mitte des 17. Jahrhunderts werden drei Braustätten genannt, ihre Zahl erhöhte sich bis 1800 auf fünf, 1821 schenken bereits zehn Bierwirte in ihren Gaststätten und an den Felsenkellern selbstgebrautes Sommer- und Winterbier aus. Roter Ochse, Goldner Löwe und Gasthaus Zum Walfisch - nur noch die Namen erinnern an die alte Brautradition.

2004

Patendankbriefe

Zeitnah zur Konfirmationszeit zeigt das Stadtmuseum Herzogenaurach in Zusammenarbeit mit Kreisheimatpfleger Dr. Manfred Welker die Ausstellung „Mein kindlich Herz treibt mich zu Ihnen“ mit Patendankbriefen aus dem Raum Herzogenaurach.

Die Zeit, in der die sauber gerahmten Dankesschreiben an die Paten einen Ehrenplatz in der guten Stube hatten, schien lange vorbei. Bis zum Zweiten Weltkrieg galt im protestantischen Franken die Anstandsvorschrift: Zur Konfirmation gehört ein Patendank. Am Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenleben machten sich die Konfirmanden auf den Weg zum „Duudla“ oder zum „Duud“, um Dank sagen für deren Fürsorge während der Patenzeit. Generationen von Konfirmanden mühten sich mit der Anfertigung möglichst repräsentativer Dankschreiben, denn die „Duudensprüche“ wurden gerahmt als Schmuckstück im Wohnzimmer aufgehängt. In einigen Ortschaften im Landkreis Erlangen-Höchstadt, so auch in Burgstall, Dörflas und Münchaurach, blieb dieser Brauch bis heute lebendig.

Die Ausstellung zeigt eine große Auswahl von Patenbriefen, die an Paten im Raum Herzogenaurach geschrieben wurden und Exemplare, die von Herzogenaurachern in andere Regionen verschenkt wurden. In katholischen Regionen war die Sitte des Patendankbriefs weitgehend unbekannt, doch es sind in der Ausstellung auch Patenbriefe zu sehen, die von Herzogenauracher Erstkommunikanten und Firmlingen an ihre Paten verschenkt wurden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

„i bleib...!“ Egerländer in Herzogenaurach

Aus Anlass des Egerländer Landesfests in Herzogenaurach (11./12. September) begab sich das Stadtmuseum zusammen mit der Eghalanda Gmoi Herzogenaurach auf eine Spurensuche, die bis in die Tschechische Republik führte. Die Sonderausstellung „I bleib...!“ Egerländer in Herzogenaurach wird am 28. August, um 11 Uhr, eröffnet.

Die Ausstellung folgt den entwurzelten Menschen auf ihrem Weg aus dem Egerland in eine ungewisse Zukunft und sie dokumentiert den schwierigen Neubeginn in der fränkischen Kleinstadt. Die soziale und wirtschaftliche Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen kann als das eigentliche Nachkriegswunder gelten. Der Herzogenauracher Stadtrat bewies Weitsicht, als er nicht versuchte, die Fremden möglichst rasch wieder loszuwerden, sondern deren Kenntnisse, Fähigkeiten und Initiative als wertvollen Impuls für die Stadtentwicklung begriff. Während die auf ländliche Regionen verteilten Vertriebenen meist möglichst bald in die Großstädte abwanderten, wo sie sich bessere Arbeitsmöglichkeiten versprachen, beweist die dauerhafte Ansiedlung von 2 500 Menschen in Herzogenaurach den Erfolg der Integrationsmaßnahmen.

Anhand von Originalobjekten, Zeitzeugenberichten, seltenen Dokumenten sowie Bild- und Tonmaterialien illustriert die Ausstellung die individuelle Geschichte von Vertreibung und Neuanfang. Sie zeigt, was die Egerländer an „kulturellem Gepäck“ in die neue Heimat mitbrachten. - Und sie geht der Frage nach: Welche Folgen hatte die Ausweisung von knapp drei Millionen Menschen für eine Region, deren Gesicht sie über Jahrhunderte hinweg prägten?

Vom Untertan zum Staatsbürger"

Die bayerische Arbeiterbewegung seit 1848

Vor einem Jahrhundert wurde in Herzogenaurach der „Sozialdemokratische Wahlverein“ gegründet. Aus diesem Anlass zeigt das Stadtmuseum eine Wanderausstellung der Georg-von-Vollmar-Akademie, die um einen Lokalteil zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Herzogenaurach ergänzt wird. Die Ausstellung zeigt, dass die Arbeiterbewegung unsere Gesellschaft entscheidend geprägt hat. Viele Rechte, die uns heute als selbstverständlich erscheinen, mussten mit Mühe und Ausdauer erkämpft werden. Schautafeln, seltene Dokumente und Raritäten aus der Geschichte der Herzogenauracher Arbeiterbewegung bieten eine Fülle historischer Informationen. Vor allem auch für Schulklassen geeignet.

Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Georg-von-Vollmar-Akademie e.V. und dem SPD-Ortsverein Herzogenaurach.

2003

Nierentisch und Petticoat

Herzogenaurach und die Fünfziger

Eine Brise American Way of Life, dank Nadellager und Autoboom Teilhabe am Wirtschaftswunder – für Herzogenaurach beginnt in dieser Dekade eine neue Ära. Die deutsche Nationalelf gewinnt - mit Drei-Riemen-Schuhen - die Fußballweltmeisterschaft in Bern und die Herzogenauracher erfasst das Reisefieber. Filme wie „Die Halbstarken“ wühlen die Gemüter auf. Die Jungen entwickeln in der Übernahme amerikanischer Vorbilder erstmals eine eigene Jugendkultur. Die Konsumwünsche heißen Moped, Plattenspieler und Tonbandgerät. Eisdielen und Milchbars werden Treffpunkte, um für fünfzig Pfennig drei Hits aus der Musicbox zu hören. Die Gesellschaft reagiert auf diese "Wohlstandsverwahrlosung" irritiert.

Vollbeschäftigung und steigendes Einkommen lassen den Traum vom guten Leben in greifbare Nähe rücken. Die beleibte Figur ist ein Zeichen des Erfolgs. Der private Konsum wird zum Motor der Volkswirtschaft. Als neue Verkaufsform etabliert sich der Selbstbedienungsladen. Bedeutsam werden Möbel und Haushaltsgeräte. Die Wohnungseinrichtung, erste Anschaffung junger Familien, soll gesellschaftlichen Aufstieg und bürgerliche Normalität demonstrieren. Was im Zeichen von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder als modern angesehen wurde, bekam bald das Image des Muffigen und unfreiwillig Komischen. Die „Fünfziger" - eine Ära der konsequenten Geschmacksverirrung?

Ein Bummel durch die Fünfziger Jahre
Nierentisch und Musicbox, Vespa, Petticoat und Nietenhose, Rock `n Roll und Hula-Hoop-Reifen, Tütenlampen und Brezelhalter - das sind Stichworte für die Fünfziger und frühen Sechziger Jahre. Die Sammlerin Corinna Wodarz und das Stadtmuseum Herzogenaurach haben eine Ausstellung konzipiert, die die Herzen der Fans höher schlagen lässt: Gegenstände der Alltagskultur, Kleidung, Elektrogeräte und Inneneinrichtungen im zeittypischen Design vermitteln das Lebensgefühl dieser Jahre. Viele verbinden mit dieser Dekade vor allem geschwungene, heitere Formen, fröhliche Farben und Pastelltöne sowie eine humorvolle Leichtigkeit, die so ganz im Gegensatz zu den Sorgen der Menschen zu stehen scheint. Bei der älteren Generation wird sich ein Wiedererkennungseffekt einstellen. Dem jungen Publikum wird ein Kennen lernen dieser Epoche ermöglicht.

Unartig - Neuartig - Fremdartig

Eine Wanderausstellung zu 2000 Jahren Frauengeschichte in Mittelfranken

Im Herbst 2003 zeigt das Herzogenauracher Stadtmuseum eine Ausstellung zur Frauengeschichte in der mittelfränkischen Region.
Unartig waren sie in vielen Epochen der Geschichte, die Frauen, so die Nonnen in Engelthal, die sich gegen die Einführung der Reformation in Franken vehement zur Wehr setzten, weil sie ihre privilegierte Stellung in den Klöstern nicht aufgeben wollten. Neuartig auch die Politikerinnen der Weimarer Republik in Fürth und Rothenburg, die erstmals als selbständig Agierende auftraten und sich bereits aktiv für bessere Chancen von Frauen einsetzten. Und letztendlich kamen immer wieder anfangs als Fremdartig bezeichnete Menschen nach Mittelfranken, die nur allzu bald heimisch geworden sind und ohne deren maßgeblichen Einfluss die Geschichte der Region völlig anders aussähe: So trugen beispielsweise die Hugenottinnen durch ihre Tätigkeit als Gouvernanten wesentlich zur Bildung der heimischen Mädchen bei.
Die Ausstellung macht deutlich: Frauen haben Geschichte gemacht, und die ist vor der eigenen Haustüre zu finden, nämlich hier in Mittelfranken!
Das Begeitprogramm zur Ausstellung bietet Vorträge und Führungen, speziell auch zur Geschichte der Frauen im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Geheimnis hinter Türchen

Die Geschichte des Adventskalenders

Am Freitag, 28. November, 11 Uhr, wird im Stadtmuseum Herzogenaurach die diesjährige Weihnachtsausstellung für die ganze Familie eröffnet: „Geheimnis hinter Türchen“ präsentiert die Geschichte des Adventskalenders.

1908 hat Gerhard Lang in München den ersten gedruckten Adventskalender herausgebracht. Er sollte den Kindern die Wartezeit aufs Christkind verkürzen. Heute gehört der Adventskalender wie selbstverständlich zur Vorweihnachtszeit.

In der Ausstellung werden mehr als 150 Adventskalender in den verschiedensten Formen und Größen gezeigt, als einfache Bildtafel mit 24 Türchen, als Bastelbogen, mit oder ohne Schokoladenfüllung, oder in Form von Adventshäuschen. Viele weitere bunte Motive dokumentieren anschaulich die Geschichte der glitzernden Bilderbogen mit den 24 Türchen.

Die umfangreiche Sammlung, die von Monika und Jürgen Lehner zusammengetragen wurde, umfasst neben Kalendern mit modernen Abbildungen und traditionellen, christlichen Motiven auch wertvolle historische Adventskalender, darunter den ältesten gedruckten Weihnachtskalender von 1908. Dass heute auch Tiere Advent feiern, lässt der Adventskalender für den Hund vermuten. Ein bunter Adventskalender ziert etwa auch eine Schallplattenhülle mit klingenden Liedern für die Vorweihnachtszeit.

Bis in die heutige Zeit hat der Adventskalender nichts an seiner Attraktivität eingebüßt. Der multimediale Adventskalender auf CD-ROM, der Adventskalender im Internet sowie der „Lebende Adventskalender“ als Aktionskunst sind der beste Beweis dafür.

2002

WeibsBilder – Frauenleben in Herzogenaurach

Ausstellung des Herzogenauracher Stadtmuseums, 2. März bis 5. Mai 2002

Jahrhundertelang wurde die Geschichtsschreibung durch die Taten und Verdienste der Männer bestimmt. Die Geschichte der Frauen dagegen blieb bis auf wenige Ausnahmen weitgehend unbeachtet. Dies gilt auch für Herzogenaurach. Das Stadtmuseum hat sich in den vergangenen Monaten zusammen mit einer parteiübergreifenden Gruppe von Herzogenauracher Politikerinnen auf die Spurensuche begeben, um dem Beitrag der Frauen zur Stadtgeschichte nachzugehen. Die Ausstellung WeibsBilder – Frauenleben in Herzogenaurach zeigt nun zum ersten Mal fast vergessene Lebensleistungen sowie zeittypische und eher untypische Lebensläufe von Herzogenauracher Frauen aus den letzten beiden Jahrhunderten. Frauenleben in Herzogenaurach ist ein Thema mit vielen Facetten. Alteingesessene Frauen gaben ebenso wie Neubürgerinnen, die in der Nachkriegszeit oder als angeworbene Gastarbeiterinnen aus Nova Gradiska an die Aurach kamen, Auskunft über ihr Leben. Neben Dokumenten und Bildmaterial wurden wertvolle und seltene Ausstellungsstücke aus 200 Jahren Frauengeschichte zusammengetragen.

Was wäre die Stadt ohne den vielfältigen Einsatz ihrer Frauen – gestern und heute. Eine Bilderwand mit 138 Porträts Herzogenauracher Frauen bei ihrer täglichen Arbeit ist Ausgangspunkt für den historischen Rückblick. Die Frauenbewegung hatte es zunächst nicht leicht, in der fränkischen Kleinstadt Fuß zu fassen. Wegbereiterinnen war die Mitglieder des Vereins für Fraueninteressen, die sich um die Jahrhundertwende für eine bessere Mädchenbildung, für qualifizierte Frauenberufe und für eine größere gesellschaftliche Beteiligung einsetzten. Während der Industrialisierung fanden Frauen erstmals in großer Zahl Arbeit als – schlecht bezahlte - Kräfte zur Schuhfertigung. Arbeiterinnen engagierten sich in Gewerkschaften und Arbeiterinnenvereinen für bessere Arbeitsbedingungen und für die Möglichkeit, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Nicht wenige Frauen kehrten der Kleinstadt im 19. Jahrhundert den Rücken und suchten in Amerika ihr Glück. Auf dem langen historischen Prozess blieben Rückschläge nicht aus, etwa während der NS-Zeit. Die Ausstellung zeigt, wie Frauen während der letzten hundert Jahre immer mehr Bereiche für sich erobert haben.

In einer Begleitveranstaltung zur Ausstellung werden am 10. März, 17 Uhr, im Sitzungssaal drei Frauen der Stadt aus ihrem häufig nicht einfachen (Arbeits-) Leben berichten.

„Geflügelte Worte“ - Künstlerpuppen

Bilder sagen häufig mehr als Worte: Wenn jemand „aus der Haut fährt“ oder „sein Gesicht verliert“ ist sofort klar, in welchem Gemütszustand er sich befindet. Die sogenannten „Geflügelten Worte“ dienen in unserem Sprachgebrauch dazu, Situationen prägnant, bildhaft, ironisch und zum Teil auch recht derb zu beschreiben. Die deutsche Sprache kennt besonders viele solcher Sprachbilder. Wir bedienen uns ihrer täglich und sind uns dessen kaum bewusst. Im Museum der Deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt bei Coburg entstand die Idee, zeitgenössische Puppenkünstler mit der Umsetzung von Sprachbildern in Puppen-Installationen zu beauftragen.

Die Herausforderung dabei war, metaphorische Redewendungen dreidimensional so umzusetzen, dass die Bedeutung von den Besuchern leicht erkannt werden kann. Mehr als Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben Künstlerpuppen und Installationen zu dieser sehr erfolgreichen Ausstellung beigesteuert. Dabei sind originelle, witzige und zum Teil auch sehr ungewöhnliche künstlerische Objekte entstanden.

Die Ausstellung „Geflügelte Worte“ ist vom 15. November bis zum 15. Dezember im Stadtmuseum zu sehen.