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Kinderschuhe

Bei der Renovierung des mittelalterlichen Türmersturms wurden in der Schüttung zwei Kinderschuhe gefunden. Die handgenähten Schnürschuhe sind aus weichem Leder aufwendig gearbeitet und mit einem Leinenfutter versehen.

Die Schuhe – beide für den linken Fuß - sind stark abgelaufen  und zeigen, dass Kinderschuhe oft sehr lange getragen wurden, obwohl die Füße schon gewachsen waren.

Sie stammen aus einer Zeit, als Kinder den großen Teil des Jahres barfuß liefen, um die wertvollen Schuhe zu schonen.

Inv.-Nr. 2779, 2780
Leder, Textil, Eisen
Um 1900
Länge 15 cm, Breite 7 cm



Werbeschild Brauerei Hubmann

Für die Ausstellung „Löwe, Ochs und Walfisch“ wurden Relikte der Herzogenauracher Brauereigeschichte zusammengetragen. Bernhard Ackermann stiftete ein Emailschild, das bereits in der Ausstellung zu sehen war.
Wechselvoll war die Geschichte der Brauerfamilie Hubmann. Das erste Brauhaus mit Mälzerei entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem heutigen Hubmann-Parkplatz hinter dem Rathaus - nach dem Krieg die größte Brauerei der Stadt. In der Zeit der Konzentration der Brauereien in den 1970-ern wurde das Unternehmen von Paul Hubmann eine Zweigniederlassung der Brau AG aus Nürnberg.

Inv.-Nr. 2746
Metall, Email, gewölbt, um 1930
Höhe 49 cm, Breite 33 cm
Emaillierwerk Boos und Hahn, Ortenberg-Baden

"Baustein"

Vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte sich die anfangs ebenso starke wie illusorische Hoffnung der Heimatvertriebenen auf eine Rückkehr in die Heimat zerschlagen. 1949 entstanden die Pläne für ein Ehrenmal zum Gedenken an die zurückgelassenen Toten. Rudolf Kuchler, geboren in böhmisch Eisenstein, stiftete dem Museum einen symbolischen Baustein zur Errichtung des Mahnmals. Die „Vereinigten Landsmannschaften“ hatten die Entstehungskosten für das Denkmal allein durch Spendengelder zusammengetragen. Die Zeichnung für die „Bausteine“ stammte, ebenso wie der Entwurf für das Mahnmal, aus der Feder des Schlesiers Felix Wenske. Die Ausführung übernahm der Bildhauermeisters Hans Gast. Am 24. Oktober 1954 wurde das Denkmal enthüllt.

Druck auf Karton, 1954
Höhe 10,5 cm, Breite 15 cm


 

 

Damenstiefel

Von diesem Paar Damenstiefel, zeitlos in der Form, hat sich Liane Zielezny aus Erlangen nur schweren Herzens getrennt. Sie hat sie selbst noch getragen, doch ein Blick auf die mit Holznägeln befestigte Sohle verrät das wahre Alter der Schaftstiefel. Ihr Vater Hans Gulden, den die Grete Heidenreich aus Herzogenaurach zur Frau nahm, hatte vom Kriegseinsatz in Russland ein Stück Juchtenleder mitgebracht. Das strapazierfähige, mit Birkenrinde gegerbte Rindsleder ließ er in den 1940er Jahren von einem Herzogenauracher Schuhmacher zu eben diesem Paar für seine Liebste verarbeiten. „Es würde mich freuen, wenn diese Stiefel, die meine Mutter sehr geliebt hat, ihren Platz im Herzogenauracher Museum finden würden.“

Juchtenleder
1940er Jahre
Gr. 38
Schafthöhe 35 cm

Taschenuhr

Deutsche Taschenuhr, Mitte 19. Jahrhundert, in einem stählernen Uhrbehälter mit Schauglas. Die Rückseite des Etuis zeigt ein eisernes Kreuz, die Jahreszahl 1914 sowie die Inschrift „In Treue fest“.
Höhe 9 cm, Breite 5,5 cm, Tiefe 2 cm

Nur wenig ist über den früheren Besitzer der Uhr bekannt. Franz Hacker, Vater dreier kleiner Kinder, starb bereits in jungen Jahren auf einem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs. Sein Enkel, der Herzogenauracher Erwin Hacker, schenkte dem Museum eine Schachtel, die der Familie zusammen mit der Todesnachricht übersandt wurde. Die Schachtel enthält die persönliche Habe des Soldaten: Eine Blechdose mit einem Rosenkranz, ein Namensschild, ein Streichholzetui patriotischer Prägung - und seine Taschenuhr, die durch die Einschlagswucht eines Geschosses deformiert wurde.

 




Rechnungsbuch Maria Lerch

Im Rechnungsbuch verzeichnete die Bamberger Bildhauerin akribisch ihre Einnahmen und Ausgaben, beginnend mit dem Jahr 1937. Neben den Kosten für Kalksteine aus Treuchtlingen, Gips oder Steinkitt wurden die eingegangenen Zahlungen für die abgelieferten Auftragsarbeiten und verkauftes Kunstgewerbe vermerkt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Herzogenaurach hatte im Jahr 1934 mit einem Auftrag zur Neugestaltung des Kilianbrunnens begonnen. In den folgenden Jahren entwarf sie u.a. ein Gefallenendenkmal für Niederndorf und das Berthold-Denkmal an der Straße zum Fliegerhorst. Maria Lerch arbeitete an der künstlerischen Ausgestaltung des Freibads und des Alten Rathauses mit und fertigte Grabdenkmäler. Im Jahr 1948 entstand das Modell für die lebensgroße Muttergottesstatue auf der Steinernen Brücke. Maria Lerch erfuhr in Herzogenaurach zeitlebens eine große Wertschätzung. Sie erhielt 1948 die Ehrenbürgerwürde.

1937 - 1947
mit eingelegten Fotos

Dielenbrett vom alten Rathaus

Bei Baumaßnahmen im alten Rathaus der Stadt Herzogenaurach wurde im Sommer 2003 ein Dielenbrett entfernt, das auf der Rückseite noch den Versandaufkleber der schwäbischen Parkettfirma trägt. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte die Stadt 1939 mit der umfassenden Neugestaltung des historischen Baus begonnen, der ein mittelalterliches Erscheinungsbild erhalten sollte. Trotz der extremen Materialknappheit wurden die aufwändigen Bauarbeiten zum Abschluss gebracht. Der Bau zeigt sich bis heute im schmucken „Fränkischen Heimatstil“. Die Einweihung erfolgte am 22. Juni 1941, dem Tag, an dem der Russlandfeldzug begann.

Fichtenholz, datiert 16. Mai 1940
42 cm / 10 cm / 2,7 cm



Einweck-Glasöffner

Für genau 1,50 DM war kurz nach der Währungsreform ein patentiertes Hilfsmittel erhältlich: Der „Beckland Konservenglasöffner“. Das dem Museum geschenkte Exemplar erhielt der Herzogenauracher Erwin Hacker von seiner Großmutter.
Fast jeder in der Kleinstadt besaß zumindest ein Stückchen eigenen Garten und zog Obst und Gemüse. Das Einmachen des Überflusses für den Winter beanspruchte in den Jahrzehnten vor dem Siegeszug der Tiefkühltruhen viel Zeit. Und das Öffnen der Gläser war mitunter schwierig und nicht selten riss dabei der Dichtungsgummi. Abhilfe versprach die Neuentwicklung.
Gebrauchsanleitung: Bei Schleifrandgläsern lege man den dünnen, bei Rillengläsern den dicken Stahldraht zwischen Gummiring und Deckel, dann ziehe man die Flügelmutter langsam an, bis sich der Deckel vom Glas hebt“.

Firma Beckland, um 1950
Holz, Metall

Die Hollerbüchs

Sepp Bitter aus Herzogenaurach fertigte vor einigen Jahren den originalgetreuen Nachbau eines Spielzeugs, wie es im Herzogenauracher Raum über Jahrhunderte hinweg gebräuchlich war.

Bauanleitung: Ein Aststück des Schwarzen Holunder (mindestens 4 cm dick, möglichst gerade und zumindest 20 cm lang) der Länge nach aushöhlen, so dass ein Rohr entsteht. Die Rinde nicht entfernen, sie sorgt dafür, dass die Büchs gut in der Hand liegt. Der Durchmesser des Lochs sollte etwa einer Eicheldicke entsprechen, denn die dienen später als Munition. Bei der vorliegenden Büchs beträgt der Durchmesser  11 mm.
Zum Bau des Stößels wird ein Stück Weichholz benötigt, von der Kiefer etwa, an die zehn Zentimeter länger als das Holunderrohr. Daraus fertigt man einen Rundstab mit einem massiven Griff am Ende. Aus einem Stück natürlich, nicht etwa gedübelt und geleimt! Beim vorliegenden Exemplar ist der Stab genau 10 mm dick und eine knappe Eichellänge (60 mm) kürzer als das Rohr. Das andere Ende des Stabs mittels Spucke (oder Wasser) und einem Stein aufrauen, damit ein „Bart“ entsteht, der ist wichtig, weil er beim Abschuss der Eicheln den Hohlraum zwischen Stab und Rohr abdichtet. In beide Enden der Röhre Eicheln klemmen, grüne am Besten, die sind noch flexibel, und dann den Stößel mit etwas Geschick und ziemlich viel Schwung durchstoßen. Mittels Druckluft wird die Eichel an die 30 – 40 Meter weit befördert. Mit erstaunlicher Wucht, wie ein kurzfristig anberaumter Praxistest ergab.

Holunderrohr, Stößel aus Kiefernholz, um 1980
Gesamtlänge 26 cm, Durchmesser des Rohrs 40 mm

Einheits-Segelflugmodell des NSFK

Herzogenaurach geriet 1934 in die Aufmarschpläne der NS-Militärs, die unter größter Geheimhaltung auf einer Geländekuppe nördlich der Stadt ein Rollfeld samt Infrastruktur anlegen ließen. Der Platz wurde zunächst vom DLV (Deutscher Luftsportverband) genutzt, bis 1935 die Luftwaffe einzog und militärfliegerische Ausbildung betrieb.

Systematisch wurde schon an den Schulen der fliegerische Nachwuchs herangezogen und im Modellbau und Modellflug unterrichtet. Der NSFK (Nationalsozialistisches Fliegerkorps) entwickelte dazu Gleitflugmodelle, die als Bausatz gefertigt und vertrieben wurden. Die Bausätze bestehen aus Sperrholz-Zuschnitten, Kieferleisten, Stahldraht, massiven Kiefer-Rumpfblöcken und Bauplänen. Als Bespannmaterial dienten "Flumo-" und "Diplompapiere".

Schenkung durch Helmut Müller.

Inv.-Nr. 2795
Hersteller: Ikier, Leipzig
1937/39
Schachtelgröße 20/17/6 cm


Werbefigur "Schaeffi"

Ende der 1950er Jahre entsteht „Schaeffi“ als Firmenmaskottchen des Textilwerks Schaeffler. Das Biegepüppchen mit den blauen Kulleraugen wird als neuer Sympathieträger des Herzogenauracher Teppichherstellers fortan in vielfachen Varianten eingesetzt.

Die systematische Nutzung von Werbefiguren beginnt in der Bundesrepublik Mitte der 1950er Jahre. Werbefiguren bieten sich aufgrund ihrer vielseitig Möglichkeit der Verwendbarkeit als ideale Träger von Marketingbotschaften an. Sie erscheinen in Zeitungsannoncen, als Produktbeigabe und als Aufsteller, das Motiv findet sich auf Werbemitteln aller Art, vom Schlüsselanhänger bis zum Werbekalender.

Inv.-Nr. 3022
Textilwerk Schaeffler
Kunststoff, Textil, 1950er Jahre
Höhe 28 cm, Breite 28 cm
Schenkung Rolf Weber

Trainingsratgeber

Im Jahr 1924 begannen die Herzogenauracher Brüder Adolf und Rudolf Dassler in einem gemeinsamen Fabrikunternehmen mit der „Erfindung des modernen Sportschuhs“.

Spitzensportler trugen Dassler-Schuhe und die enorme Sportbegeisterung im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936 ließ den Absatz steigen.

In Zusammenarbeit mit dem Reichssportlehrer „Jo“ Waitzer brachte Adi Dassler um 1935 die Broschüre „Was Reichssportlehrer Waitzer sagt. Trainings-Winke für Leichtathleten“ heraus, die kostenlos „jedem Paar Ia Rennschuhe“ beigelegt wurde.

Inv.-Nr. 2766
J. Waitzer und A. Dassler
Um 1935
Druckschrift, 26 Seiten
Höhe 18 cm, Breite 12 cm

Bierflasche Brauerei Heller

Alfred Fischer, der lange Jahre als Braumeister bei Heller tätig war, stiftete die älteste bislang bekannte Bierflasche der letzten Herzogenauracher Brauerei.

Die Bügelflasche wurde in der Metallform geblasen, zeigt eine seitliche Formnaht und eine Reliefinschrift mit dem Namen der Brauerei auf dem Flaschenbauch. Das traditionsreiche Brauhaus, das 1874 von Paul Heller begründet wurde, geht mit Tochter Cornelia Heller in die mittlerweile sechste Generation über.

Inv.-Nr. 2744
Glas, Metall, Porzellan, Gummi
1910/20
Höhe 28 cm, Breite 7 cm



Hausaltar

Maria Geist - ihre Großmutter war die Schwester Ludwig Biermanns - stiftete den Hausaltar, der sich seit drei Generationen in Familienbesitz befand. Laut Familientradition handelt es dabei um das Modell für einen Altar, das jedoch nicht ausgeführt wurde.

Ludwig Biermann (1864 – 1935) aus Herzogenaurach war Bildschnitzer und Maler aus Passion. Neben seiner Arbeit als Schreiner und Tischler fertigte er Gegenstände zur häuslichen Andacht. Die Wandkruzifixe, Ölbergdarstellungen und Heiligenfiguren waren meist Auftragsarbeiten und ein willkommener Zusatzverdienst. Auch als Maler bewies er Talent. Vierzehn Kreuzwegstationen für die Kirche des Liebfrauenhauses sind nur noch auf historischen Aufnahmen zu sehen, doch Gemälde mit religiösem Inhalt befinden sich im Stadtmuseum sowie in Privatbesitz.

Gefasstes Holz; Messing, Porzellan
Ludwig Biermann, Herzogenaurach
Höhe 70 cm, Breite 45 cm, Tiefe 25 cm

Werbeschild Schuhfabrik Hildel

„Hildel – der preiswerte Skistiefel“ verspricht ein Werbeschild, das Adam Hildel dem Museum stiftete. Das in den 1930er Jahren entstandene Schild, werbegrafisch durchaus gelungen, erinnert an rund 50 Jahre Schuhfertigung im Hause Hildel. Großvater Lorenz hatte das Unternehmen gegründet, das in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zum Spielball wechselhafter politischer und wirtschaftlicher Zeitläufte wurde. Immer wieder rappelte sich die Familie auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Söhne Georg und Hans die Leitung der Schuhfabrik, die in ihren besten Zeiten mit 45 Beschäftigten pro Tag bis zu 400 Paar Schuhe herstellte. Doch 1954 führten fehlende Aufträge und hohe Hypotheken zum Verkauf des Unternehmens.

Karton, 1930er Jahre
Höhe 42 cm, Breite 30,5 cm


Seifensack

Am 16. April 1945 besetzten amerikanische Truppen Herzogenaurach und richteten sich auf dem ehemaligen Fliegerhorst nördlich der Stadt ein. Zwar wurde dort eine Wäscherei eingerichtet, doch viele der US-Soldaten zogen es vor, ihre Wäsche von Frauen in der Stadt waschen und bügeln zu lassen. Neben dem Sack mit der Schmutzwäsche erhielten die Frauen jedes Mal ein großes Säckchen mit Seife, mehr als zum Waschen nötig war.
Auch die Familie Spieß war damals froh, durch diese Arbeit in der schwierigen Nachkriegszeit an einige Lebensmittel und etwas Verdienst zu kommen. Fritz Spieß, bei Kriegsende 14 Jahre alt, brachte die fertige Wäsche gerne zurück, erhielt er doch häufig von den Soldaten Süßigkeiten oder etwas Geld zur Belohnung.

US-Armee, Zweiter Weltkrieg
Leinen, olivgrün eingefärbt
Höhe 34 cm, Breite 27 cm

"Haus - Tappen"

Die „Schlappenschusterei“ fasste in Herzogenaurach um die Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Einführung eines neuen Herstellungsverfahrens Fuß. Im Heimgewerbe fertigten zahlreiche Familien Hausschuhe aus Wollstoffen und Leder: „Schlappen“ (Pantoffel) und wärmende „Tappen“ (knöchelhohe Hausschuhe). Abnehmer waren Verleger in Fürth und Nürnberg. Im Jahr 1889 eröffnete die Fürther Schuhfabrik B. Berneis in Herzogenaurach einen Zweigbetrieb zur Filzschuhfertigung. Die gute Absatzlage führte in den folgenden Jahrzehnten zur Gründung einer ganzen Reihe von kleinen und mittleren Betrieben. Mit der Einführung der Stromversorgung stieg ihre Zahl sprunghaft an. Der Vater von Rosa Körner fertigte um 1970 ein Paar Tappen nach dem traditionellen Verfahren.

Wolle, Kunstfaser, Leder
um 1970


Patenbrief

Mit der Konfirmation endeten die Verpflichtungen eines Paten gegenüber seinem Patenkind. Als Anerkennung wurden im 18. Jahrhundert in Franken Dankschreiben gebräuchlich, als gerahmtes Bild oder in Briefform, auch „Patendank“ oder „Patenabbitte“ genannt. In den vorgefertigten oder gedruckten Texten wird nicht nur die geistliche Fürsorge des Paten gelobt, sondern es werden auch dessen materielle Wohltaten hervorgehoben. Das vorliegende Exemplar stammt ursprünglich aus Nürnberg und wurde von Richard Tille in Höfen gefunden. Anna Barbara Büchold schenkte es am 24. März 1907 ihrer Patin Eva Margaretha Thoma.

Papier, montierte Goldborte und Seidenschleife,
mit Profilrahmen (56 cm / 44,5 cm)
Nürnberg 1907

Ausweiskarte

Amanda Klinger stiftete die Ausweiskarte aus dem Besitz ihrer Familie. Karteninhaberin war die 22-jährige Elise Bausch, Tochter des Gerichtsexpeditors und Bürgermeisters Wilhelm Bausch. Sie wollte im Herbst 1919 nach Düsseldorf reisen, um ihrer Schwester bei der Geburt des ersten Kinds beizustehen. Für den notwendigen Ausweis ließ sie beim Herzogenauracher Photographen Scharf eine Atelieraufnahme fertigen. Die Rückseite der Karte trägt den Vermerk des Stadtrats: „ ... Gegen die Person des Fräulein Bausch und gegen die Reise bestehen polizeilich keine Bedenken.“

Fotografie auf Karton (16,5 cm / 10,5 cm),
Rückseite beschrieben, datiert: 10. September 1919

 

 

Der Katapultschuh

Der Herzogenauracher Hans Bitter, auch im hohen Alter noch ein erfolgreicher Sportler, stiftete dem Museum ein absolutes Unikat: den Katapultschuh.
Der Hochsprungschuh ist ein Prototyp aus dem Hause adidas, der nie in Serie ging. Der Freizeitsportler hat die auf den ersten Blick etwas seltsam anmutenden Schuhe, mit denen man so zu sagen ständig bergauf läuft, zusammen mit Adi Dassler entwickelt.

Der Keil im Vorfußbereich ist an der Schuhspitze annähernd vier Zentimeter dick (1 ½ Zoll).
Nach kurzer Eingewöhnung erzielte Hans Bitter mit diesen Schuhen neue Rekordhöhen. Der Internationale Leichtathletikverband verbannte den Katapultschuh bereits nach kurzer Zeit auf Grund der Verletzungsgefahr von den Sprungbahnen und begrenzte die Sohlenstärke auf höchstens ½ Zoll.

Prototyp der Fa. adidas, Känguruleder, 1958











Tennisschuh

In seinen Anfängen war der Turnschuh ein technisches Hilfsmittel zum Erreichen sportlicher Höchstleistungen, doch seit den Siebziger Jahren entwickelte er sich zu einem Ausdrucksmittel für individuelles Lebensgefühl.

Eine jugendliche Protestbewegung gab sportivem Schuhwerk auch fernab von Aschenbahn und Hallenboden eine Daseinsberechtigung. Die Turnschuhgeneration zog es vor, ihre Schuhe individuell selbst zu gestalten. Schlichte, preisgünstige Turnschuhe mit Textiloberteil waren die Grundlage zur Demonstration persönlicher Vorlieben. Schenkung durch Ernst Dittrich.

Inv.-Nr. 2764
Textil, Gummi, um 1975
Höhe 10 cm, Breite 25 cm
Firma PUMA








Herzogenauracher Stadtwappen

Der Unternehmer Friedrich Weiler hatte 1938 in der Schuhmacherstadt Herzogenaurach den ersten metallverarbeitenden Betrieb gegründet.

Reißenden Absatz fanden in den 1950er Jahren mechanische Drehmaschinen für Handwerkerwerkstätten. Im Jahr 1983 wurde die Gießerei ausgelagert.
Weiler-Mitarbeiter fertigten als letztes Produkt eine kleine Auflage des Herzogenauracher Stadtwappens. Den Entwurf lieferte Michael Nix, Herr Goller (Meister in der Gießerei) führte es aus.

Weniger als 30 Stück wurden davon produziert.

Herzogenauracher Stadtwappen
Inv.-Nr. 3061
Fa. Weiler
Metallguss, bez. 1983
Höhe 29 cm, Breite 21 cm
Schenkung Elimar Meidel