Eichenprozessionsspinner
Der Eichenprozessionsspinner ist ein nachtaktiver Schmetterling aus der Familie der Zahnspinner (Notodontidae). In den letzten Jahren hat sich diese Insektenart, bedingt durch milde Winter und lange Trockenphasen, zunehmend in Mitteleuropa ausgebreitet. Besonders häufig ist der Befall an freistehenden Eichen, in Parks, entlang von Straßen, auf Spielplätzen sowie in Waldrandbereichen zu beobachten.
Biologie und Lebenszyklus
Die Eiablage erfolgt im Hochsommer, meist an der Sonnenseite der Baumkrone. Aus den Eiern schlüpfen im darauffolgenden Frühjahr – in der Regel ab April – die Raupen, die in mehreren Larvenstadien heranwachsen. Charakteristisch ist das „prozessionsartige“ Wandern der Raupen in langen Ketten auf der Suche nach Nahrung, was ihnen ihren Namen eingebracht hat. Ab dem dritten Larvenstadium bilden sie sogenannte Brennhaare aus, die ein hochwirksames Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Diese Haare verbleiben auch nach der Verpuppung in den Nestern und stellen eine anhaltende Gesundheitsgefahr dar.
Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier
Der Kontakt mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners kann bei Menschen wie auch bei Tieren erhebliche gesundheitliche Reaktionen auslösen. Zu den häufigsten Symptomen zählen:
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Hautreizungen (Raupendermatitis)
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Augenreizungen
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Atembeschwerden
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Allergische Reaktionen bis hin zu Asthmaanfällen
Besondere Vorsicht ist bei Aufenthalten im Freien, insbesondere in befallenen Gebieten, geboten. Direkter Kontakt mit Raupen oder Nestern sollte unbedingt vermieden werden.
Maßnahmen zur Bekämpfung und Vorsorge
Sind Spielplätze, Kitas und andere öffentliche Grünanlagen sowie Rad- und Wanderwege betroffen, werden die Nester gezielt entfernt. Die Stadt Herzogenaurach beauftragt spezialisierte Firmen, die über geeignete Geräte und Schutzausrüstung verfügen, mit dem Absaugen der Gespinstnester.
Je nach Befallssituation kommen mechanische, biologische oder chemische Verfahren zum Einsatz. Zu den präventiven Maßnahmen zählen:
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Regelmäßige Kontrollen gefährdeter Areale
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Entfernung und fachgerechte Entsorgung von Nestern
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Einrichtung von Sperrzonen bei starkem Befall
Private Grundstückseigentümer werden gebeten, bei Verdacht auf Befall umgehend Kontakt mit einem spezialisierten Schädlingsbekämpfungsunternehmen aufzunehmen.