Igel
Überblick
Der Braunbrustigel, auch „Westigel“ genannt, gehört zur Familie der Erinaceidae und ist in weiten Teilen Europas verbreitet, insbesondere in Mittel- und Westeuropa sowie Teile Asiens. Wikipedia listet ihn als „Near Threatened“ (bedingt gefährdet) laut IUCN auf.
Beschreibung
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Größe & Gewicht: 22–30 cm Körperlänge, 400–1500 g, Männchen meist etwas schwerer.
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Stachelpanzer: Etwa 7000–8000 Stacheln, ca. 2 cm lang, keratinverstärkt, federnd am Körper verankert.
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Körperbau: Kurzer Schwanz (ca. 2 cm), konischer Kopf, hervorgehobene Nase, gute Geruchs- und Hörsinn; schlechtere Sehkraft.
Lebensraum & Lebensweise
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Lebensräume: Hecken, Gebüsche, Waldränder, Streuobstwiesen, naturnahe Gärten, Parks. Kein Verbreiten in monotone Landwirtschaftsflächen.
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Verbreitung: Ganz Europa; auch eingeführt auf einigen Inseln (z. B. Neuseeland).
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Aktivität: Dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber Ruhe in Laubhaufen, Gebüschen oder geeigneten Verstecken.
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Revierverhalten: Einzelgänger, Überlappungsreviere, keine dauerhafte Revierverteidigung.
Ernährung
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Hauptnahrung: Regenwürmer, Laufkäfer, Raupen, Ohrwürmer, Schnecken, Spinnen; gelegentlich Aas, Eier oder kleine Wirbeltiere.
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Wintervorbereitung: Deutlich gesteigerte Futteraufnahme im Herbst.
Fortpflanzung & Lebenszyklus
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Paarungszeit: Von Ende April bis Mitte August, oft zwei Würfe jährlich.
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Tragezeit & Wurfgröße: Ca. 35 Tage Trächtigkeit, 2–11 Junge (üblich 4–7), geboren blind und ohne Stacheln (~20 g).
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Aufzucht: Augen und Ohren öffnen sich nach 2 Wochen, ab 3–4 Wochen erste Ausflüge, zumeist nach 6 Wochen selbstständig.
Winterschlaf
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Zeitraum: Von Oktober/November bis März/April, in Laubhaufen oder selbstgebauten Nestern.
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Physiologie: Stoffwechsel, Herz- und Atemfrequenz sowie Körpertemperatur stark reduziert (bis auf ~5 °C).
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Gewichtsverlust: 20–40 % durch Winterschlaf
Schutzstatus & Gefährdung
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IUCN: „Near Threatened“ – beständig verfügbare Populationen, doch lokal zurückgehend.
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Deutsche Rote Liste: Kategorie „Vorwarnliste“
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Gefährdungen:
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Straßenverkehr
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Verlust von Lebensräumen durch Gärten ohne Struktur, intensive Landwirtschaft, Pestizide.
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Mechanische Gefahren: Laubbläser, Mähroboter – zerstören Nester und verletzen Igel.
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Naturschutz & Hilfe im Garten
Maßnahmen zur Unterstützung:
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Naturnahe Gestaltung: Hecken, Laubhaufen, Totholz, strukturreiche Bereiche in Freizeitgärten.
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Laub in Ecken belassen – schützt Nester & Winterquartiere.
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Kein Einsatz von Laubbläsern im Herbst – kann Jungtiere direkt verletzen.
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Bewusster Einsatz von Mährobotern – tagsüber, idealerweise unter Aufsicht; nachts meiden.
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Zaunpassagen von min. 13 × 13 cm ermöglichen Wanderbewegungen.
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Wasserstellen & artgerechte Nassfutterstellen anbieten.
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Beteiligung an Citizen‑Science‑Projekten wie „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“
Hilfe bei verletzten Igeln:
Igelauffangstation im Erlanger Tierheim
Tel.: 0 91 31 / 20 77 88
Weitere Infos und Ansprechpartner finden Sie unter www.pro-igel.de oder wildtierhilfe.org