Menü
Suchergebnisse
Was erledige ich wo?
Aktuelles / Veranstaltungen
 

Radschnellverbindung in Herzogenaurach

Die Stadt Herzogenaurach plant zusammen mit der Stadt Erlangen den Bau einer Radschnellverbindung, um eine schnelle und umweltfreundliche Alternative für Pendelnde zu bieten. 

Im Planungs- und Umweltausschuss am 22. November 2017 wurden die Ergebnisse der „Machbarkeitsstudie Radschnellverbindungen“ für den Großraum Nürnberg vorgestellt. Schwerpunkte dieser Studie waren die Entwicklung von Qualitätsstandards für ein Radschnellverbindungsnetz in Bayern und die Abschätzung von Potentialen und Machbarkeiten im Großraum Nürnberg auf Basis der definierten Qualitätsstandards. Als Ergebnis dieser Studie wurde unter anderem die Radschnellverbindung zwischen Herzogenaurach und Erlangen positiv bewertet, die im Talraum der Aurach im Bereich der vorhandenen Fuß- und Radwegeverbindungen, sowie öffentlichen Feld- und Waldwegen oder Straßen weiterverfolgt werden soll.

Im November 2018 haben sich die städtischen Gremien mit der weiteren Vorgehensweise zur Realisierung des Trassenkorridors zwischen Herzogenaurach und Erlangen beschäftigt. Der Stadtrat der Stadt Herzogenaurach hat in seiner Sitzung vom 29. November 2018 beschlossen, zusammen mit der Stadt Erlangen die Radschnellverbindung im Bereich des Trassenkorridors im Aurachtal weiter zu verfolgen und in vertiefende Planungen einzusteigen.

Die beiden Städte haben sich anschließend mit den grundlegenden Themen dieser gemeinsamen Planungsaufgabe auseinandergesetzt und die weitere Vorgehensweise abgestimmt.

Mit der Zustimmung zum Abschluss der Vereinbarung mit der Stadt Erlangen über die gemeinschaftliche Planung der Radschnellverbindung Erlangen-Herzogenaurach in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 30. April 2020 und der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen den beiden Städte Erlangen und Herzogenaurach wurde ein gemeinsamer Antrag auf Förderung der Planungskosten in den Leistungsphasen 1-5 über die Regierung von Mittelfranken/Freistaat Bayern beim Bund gestellt. Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur als förderungsfähig anerkannt und im März 2021 eine Zuwendung von 75 % der Planungskosten in Aussicht gestellt.

Anschließend wurde die Ausschreibung der Planungsleistungen der neuen Radschnellverbindung (RSV) durch die Stadt Erlangen übernommen.

Mit den Planungen für die Leistungsphasen 1 und 2 (Grundlagenermittlung und Vorplanung) wurden die Planungsbüros Ramboll Ingenieure und PB Consult beauftragt.
In der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 08.04.2025 wurde der aktuelle Planungsstand durch die Vertreter der Büros entsprechend vorgestellt.

Machbarkeitsstudie

Machbarkeitsstudie zu Radschnellwegen im Großraum Nürnberg

Grafik mit möglichen Trassenkoridoren im Großraum NürnbergDie Stadt Herzogenaurach hat sich zusammen mit den Städten Nürnberg, Erlangen, Fürth und Schwabach sowie den Landkreisen Fürth, Nürnberger Land, Roth und Erlangen-Höchstadt an einem Pilotprojekt für den Aufbau eines leistungsfähigen Radschnellwegenetzes in der Region beteiligt. Das Bayerische Innenministerium fördert das Vorhaben mit etwa 50% der Kosten.

Mit den Ergebnissen der im Jahr 2015 an ein externes Planerkonsortium vergebenen "Machbarkeitsstudie Radschnellverbindungen" für den Großraum Nürnberg liegen detaillierte Maßnahmenvorschläge für ein attraktives Radschnellverbindungsnetz innerhalb der Städteachse vor.

Die Machbarkeitsstudie deckt zwei wesentliche thematische Schwerpunkte ab:

  • Entwicklung von Qualitätsstandards für ein Radschnellverbindungsnetz für den Freistaat Bayern (der sog. „Bayerische Weg“)
  • Abschätzung von Potentialen und Machbarkeitsuntersuchung eines abgestimmten Radschnellverbindungsnetzes auf Basis der definierten Qualitätsstandards

Die definierten Qualitätsstandards für das Radschnellverbindungsnetz umfassen drei Stufen, die je nach Nutzeraufkommen, Verkehrsbedeutung und örtliche Gegebenheiten zum Einsatz kommen sollen:

  • Radschnellwege
  • Radhauptverbindungen
  • Radverbindungen

Für die Machbarkeitsstudie wurden im Untersuchungsgebiet zunächst 21 Korridore auf ihr Potential hin untersucht. Als Kriterien dienten Einwohner- und Arbeitsplatzzahlen, Pendler- und Verkehrsbeziehungen etc.

Im Ergebnis der Analyse konnten die beauftragten Gutachter des Planerkonsortiums sieben Korridore für eine nähere Betrachtung in einer Machbarkeitsuntersuchung vorschlagen. Für diese sieben Korridore wurden anschließend detaillierte Trassenführungen mit Maßnahmenvorschlägen erarbeitet und die Umsetzbarkeit der entwickelten Standards geprüft.
 

Ergebnisse der Machbarkeitsstudie

Diese Untersuchung ergab, dass von den sieben näher untersuchten Trassen, sich vier Trassen für eine Umsetzung als Radschnellwege eignen, da hier mehr als 90 Prozent der Stecken und Knoten der jeweiligen Trassen auf Niveau des höchsten Standards umgesetzt werden können:

  • Nürnberg - Erlangen
  • Nürnberg - Fürth
  • Nürnberg - Oberasbach/Zirndorf/Stein
  • Erlangen - Herzogenaurach

Außerdem ergab die Untersuchung, dass sich die drei ebenfalls untersuchten Trassen als Radhauptverbindungen eignen:

  • Erlangen - Fürth
  • Nürnberg - Lauf an der Pegnitz
  • Nürnberg - Schwabach

Hier können zwischen 80 und 90 Prozent der Strecken und Knoten der jeweiligen Trassen im Standard von Radhauptverbindungen umgesetzt werden.

Darüber hinaus legen die Gutachter mit den Ergebnissen zur Machbarkeitsstudie auch differenziert erarbeitete Qualitätsstandards für die Planung und Umsetzung von Radschnellverbindungen in Bayern vor. Die Radschnellwege sollen außerorts über selbständige, bevorrechtigte oder kreuzungsfreie Trassen, getrennt vom Fußgängerverkehr verlaufen. Dabei sollten die Fahrbahnen möglichst so breit sein, dass ein sicheres und gefahrloses Überholen und Begegnungsverkehr möglich sind.

Für den Bereich Herzogenaurach soll eine zukünftige Radschnellwegverbindung im Talraum der Aurach im Bereich der vorhandenen Fuß- und Radwegeverbindung weiterverfolgt werden.

Downloads
Endbericht zur Machbarkeitsstudie
Anhang zum Endbericht

Was sind Radschnellverbindungen?

Radschnellverbindungen sind leistungs­fähige und qualitativ hochwertige Radverkehrs­anlagen, die wichtige Verkehrs­quellen und -ziele über größere Distanzen miteinander verknüpfen. Sie bündeln den individuellen Radverkehr und führen ihn möglichst zügig und sicher ans Ziel. Sie bieten an Kreuzungen und Ampeln Vorrang, um eine zügige und unterbrechungsfreie Fahrt zu ermöglichen – ideal für längere Strecken. 

Ihr Ziel ist es, den motorisierten Pendelverkehr zu entlasten, Staus zu reduzieren und einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität zu leisten. Dank ihrer effizienten Flächennutzung fördern sie eine umweltfreundliche Verkehrswende. 

Merkmale von Radschnellverbindungen: 

  • Breite: Mindestens 3 Meter für Einrichtungsverkehr, 4 Meter für Zweirichtungsverkehr 
  • Länge: In der Regel etwa 10 Kilometer 
  • Nutzung: Ausgelegt für mindestens 2.000 Radfahrende pro Tag 
  • Fahrkomfort: Glatter Belag, möglichst wenige Steigungen 
  • Sicherheit: Wo möglich, mit Beleuchtung und vorrangigem Winterdienst 

Diese modernen Radwege bieten eine attraktive Alternative für Pendlerinnen und Pendler sowie alle, die sich schnell und sicher mit dem Fahrrad fortbewegen möchten.

Wie sieht eine Radschnellverbindung aus?

Radschnellverbindungen können auf drei verschiedene Arten gestaltet sein:

  • Radwege: Entweder als Einrichtungsradweg (pro Richtung ein separater Weg) oder als Zweirichtungsradweg
  • Fahrradstraßen: Straßen, auf denen der Radverkehr Vorrang hat und der motorisierte Verkehr nur eingeschränkt zugelassen ist
  • Radfahrstreifen: Markierte Fahrstreifen auf der Fahrbahn, die ausschließlich dem Radverkehr vorbehalten sind.

In Ausnahmefällen, insbesondere außerhalb geschlossener Ortschaften, kann eine gemeinsame Nutzung mit dem Fußverkehr vorgesehen werden. Dabei wird stets auf eine sichere und komfortable Gestaltung geachtet.

Wo soll die Radschnellverbindung laufen?

Die geplante Radschnellverbindung soll künftig eine direkte und komfortable Verbindung von Herzogenaurach über Erlangen bis nach Nürnberg schaffen. Ziel ist es, eine attraktive Alternative für den Alltagsradverkehr anzubieten und die Mobilität in der Region nachhaltig zu stärken.

Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanungsphase. In diesem Schritt wird untersucht, welche möglichen Trassenführungen infrage kommen und welche Ausbaustandards umgesetzt werden können.

In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Erlangen wurde hierfür ein Förderantrag gestellt und ein erfahrenes Planungsbüro beauftragt. Im Rahmen der Vorplanung wurden unterschiedliche Varianten geprüft. Auf dieser Grundlage konnte eine Vorzugsvariante entwickelt werden, die im April 2025 erstmals dem Planungsausschuss vorgestellt wurde.

Die nächsten Schritte umfassen nun die vertiefende Planung sowie die Einbindung von Öffentlichkeit und Fachstellen, um die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu erarbeiten.

Öffentliche Befahrung

Befahrung der Trasse der geplanten Radschnellverbindung (RSV) Erlangen - Herzogenaurach

Anlässlich der Planungen für die Radschnellverbindung Erlangen-Herzogenaurach lud die Stadt Herzogenaurach am Montag, den 29. September 2025 dazu ein, den Streckenabschnitt auf dem Herzogenauracher Stadtgebiet gemeinsam zu befahren.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten an diesem Tag die Möglichkeit, sich über die laufende Planung zur Radschnellverbindung zu informieren und an der öffentlichen Befahrung der Trasse teilzunehmen. 

Treffpunkt war um 14.00 Uhr am Aurachtalweg östlich der Kreuzung Bahnhofstraße/Hans-Maier-Straße (siehe beigefügter Übersichtsplan). 

Mit dem Fahrrad wurden gemeinsam mehrere Stationen Richtung Erlangen abgefahren: Querung der Hans-Maier-Straße auf Höhe Schaeffler Osttor - Hauptendorf an der Querung der Hauptendorfer Straße – Niederndorf an der Querung der Vacher Straße – Knotenpunkt Biberweg/Am Hasengarten – bis zur Stadtgrenze. Das Ende der Veranstaltung war gegen 16.30 Uhr sein.

Die Stadt Erlangen bietet die Befahrung der angrenzenden Streckenabschnitte auf ihrem Stadtgebiet an zwei Terminen (08. und 15. Oktober 2025) an. Eine entsprechende Information ist auf der Internetseite der Stadt Erlangen unter erlangen.de/radschnellweg veröffentlicht.

Bildergalerie

Öffentliche Befahrung 29.09.2025 1
Öffentliche Befahrung 29.09.2025 2
Öffentliche Befahrung 29.09.2025 3
Öffentliche Befahrung 29.09.2025 4
Öffentliche Befahrung 29.09.2025 5
Kontakt

Stadt Herzogenaurach
Amt für Planung, Natur und Umwelt

Radverkehrsbeauftragte
Frau Wotschadlo
Telefon +49 (0) 9132 / 901-234
E-Mail radverkehr@herzogenaurach.de